Einmal Oslo und zurück


Nach 2008, 2009 und 2010 war dieses unserer vierter Kurztrip nach Oslo mit der „Color Magic“ der Reederei Colorline. Und es hat uns immer noch gefallen und wir werden das sicher auch zum fünften Mal wiederholen.

Abfahrt Kiel 30.10.2013
Es erstaunt uns immer wieder, wie luxuriös das Schiff ausgestattet ist, besonders auch deshalb, weil wir nach 5 Wochen den direkten Vergleich mit „Mein Schiff 1“ hatten, wo alles eine Nummer einfacher ist.

Wenn man eine Juniorsuite bucht, beginnt der Luxus schon bei der Wartezeit in Kiel, die uns in einer gemütlichen Sitzecke bei kostenlosen Getränken versüsst wurde. Als es Zeit war, an Bord zu gehen, wurden wir zum Lift geleitet, der uns eine Etage höher brachte, wo wir mit unseren Mitreisenden Nachbarn an wartenden Menschenmassen vorbei geleitet wurden. Ohne Stress und ohne Eile gelangten wir an Bord. Jeweils eine Person brachte das Gepäck in die kleinen Suiten während die anderen beiden mit dem Gläsernen Lift zum Deck 15 emporfuhren um dort Plätze in der Observationlounge zu suchen. Tradition ist es, zur Abfahrt mit einem ersten Cocktail anzustossen.


Nachdem wir die Kieler Förder bei achterlicher frischer Briese passiert hatten, machten wir einen kleinen Rundgang über das Schiff. Auf der Magic Promenade wurde gerade eine Werbung für die abendliche Show im bordeigenen Theater präsentiert.


Ziemlich beeindruckend ist der Blick durch die grossen Fenster des Oceanic Restaurants auf das Kielwasser.

Danach ging es zum Rundgang an Deck.

Das Abendessen nahmen wir im Grand Buffet ein, ein Selbstbedienungsrestaurant. Und hier wurde wieder ein Unterschied zu „Mein Schiff 1“ deutlich, und zwar positiv: Die angebotenen Speisen sind zwar essbar und auch geschmacklich ok, aber ingesamt können sie dem Angebot auf „Mein Schiff 1“ qualitativ nicht das Wasser reichen. Wir sind zwar satt geworden, aber mit einem etwas faden Nachgeschmack. Die Show im Theater war dagegen qualitativ wieder sehr hochwertig. Sechs ausgebildete Darsteller waren gut bei Stimme und präsentierten uns eine mitreissende Aufführung.


Bevor wir uns zur Ruhe begaben, nahmen wir den Absacker in der Manhattan Bar ein während ein „gereifter“ Tänzer seine Stepkünste vorführte.

Oslo 31.10.2013
Die Überfahrt nach Oslo ist für mich immer sehr unangenehm: Da die Klimaanlage für meine Ohren ziemlich laut bläst und ich mir nicht gern was in die Ohren stecke, ist die Nacht mehr oder weniger schlaflos, also eigentlich eher mehr schlaflos. Anders ausgedrückt: Ich bekomme recht wenig Schlaf. Die Klimaanlage lässt sich auch nicht ausstellen, nur die Temperatur lässt sich regeln. Das Magic Kissen sorgt – jedenfalls bei mir – nicht für den Magic Schlaf.

Das Frühstück nehmen die Passagiere der Suiten im kleinen elitären Kreis im Observation Club auf Deck 15 ein anstatt sich mit vielen anderen Menschen im Selbstbedienungsrestaurant auf Deck 6 zu drängeln. Draussen präsentierte sich uns der Oslofjord mit tiefhängenden Wolken.

Je näher man der Norwegischen Hauptstadt kommt, umso unruhiger wird man und es zieht einen unwillkürlich an Deck. Um etwas von der Umgebung sehen zu können, kann man entweder nur an Deck gehen oder sich in der Observation Lounge aufhalten.

Bis zur letzten Minute wussten wir nicht, ob wir überhaupt an Land gehen wollten oder nicht. Da das Wetter so schlecht nicht war und wir bereits warm angezogen waren, entschieden wir uns für den Landgang. Die Hafencity Oslo an der Aker Brygge ist nur etwa 15 Minuten vom Liegeplatz des Schiffes entfernt. Wir wollten uns informieren, was sich dort in den letzten 3 Jahren verändert hat.

Viele neue Gebäude sind inzwischen entstanden. Wir sind begeistert von der abwechslungsreichen Architektur, im Gegensatz zur Hafencity in Hamburg. Besonders beeindruckt hat uns ein Ensemble aus 2 Häusern an der Spitze einer kleinen Halbinsel, für die extra eine Badestelle in den Fjord hinein gebaut wurde. Und neben Bauten aus Glas, Stahl und Beton wurde für ein Museum das traditionelle Baumaterial Holz verwendet.

Nach knapp 2 Stunden waren wir wieder an Bord. Aus der Observation Lounge genossen wir den Blick über Oslo und machten ein paar konspirative Aufnahmen von unseren Nachbarn, die vom Einkaufen in Oslo zurückkamen.

Rückfahrt nach Kiel, 31.10./1.11.2013


Pünktlich um 14:00 Uhr legte die Fähre ab. Bis zum Sonnenuntergang über den Hügeln des Oslofjords hielten wir uns auf unserem Lieblingsplatz auf Deck 15 auf.

Bald erreichten wir das Skagerak, welches ja berühmt-berüchtigt ist für sein stürmisches Wetter. Und von dieser Berühmtheit sollten wir heute noch was merken. Frau Nachbarin erschien gar nicht erst zum Abendessen und machte es sich lieber in der Koje ihrer Suite bequem. Bernd kam zwar noch mit ins Restaurant, flüchtete aber noch wenigen Minuten. So gab es also ein Dinner for Two. Zwei gestandenen Männern, nämlich Holger der Nachbar und mir, machten die Schiffsbewegungen nichts aus.

Als wir uns gestärkt hatten, kümmerten wir uns natürlich um unsere Lieben, die kaum ansprechbar in ihren Kojen lagen. Also liessen wir sie lieber in Ruhe und schauten uns die Show im Theater an, die an diesem Abend ein anderes Thema hatte.

Auch diese Show wurde in bekannter Qualität und Perfektion dargeboten. Wohlgemerkt: Bei der „Color Magic“ handelt es sich „nur“ um eine Fähre, aber an jedem Abend werden 2 Shows von jeweils etwa 45 Minuten gespielt, und auf der Hin- und Rückfahrt jeweils 2 verschiedene!

Wir liessen den Abend auf Deck 15 ausklingen, schauten in die dunkle Nacht und hörten das Scheppern des Stahls am Bug, verursacht durch die Wellen im Skagerak. Später in meiner Koje lag ich noch wach neben meinem leidenden Gatten und hab noch ein wenig gelesen.

Diese 2. Nacht an Bord habe ich etwas besser geschlafen, was ja kein Wunder ist wenn man eine Nacht lang fast gar nicht geschlafen hat.

Zum Frühstück erschienen alle wieder fit und hungrig im Observation Club. Die See war viel ruhiger als am Abend zuvor. Das Schiff ruckelte zwar noch etwas, aber das war für Leute mit Anfälligkeit für Reisekrankheit kein Problem mehr.

Kurze Zeit später endete unsere 4. Reise mit der „Color Magic“ und unser 5. Besuch in Oslo in Kiel, um ein paar Erfahrungen reicher …..

Die Heimfahrt gestaltete sich etwas unbequem. Bernd und ich sassen im Wagen unserer Nachbarn auf der Rückbank. Quer über unsere Oberschenkel lag ein alter Mann, den wir an Bord aufgelesen hatten und der bei uns Asyl bekommt. Seinen hölzernen Arm hatte er bei mir im Schritt platziert. Nicht, dass ich grundsätzlich gegen so ein Gebaren was hätte, aber es muss ja nicht gerade hölzern und in der Enge eines PKW sein.

6 Gedanken zu „Einmal Oslo und zurück

  1. Franka

    Es ist anscheinend wie alle Reisen: einiges ist schön, anderes nicht. Aber wenn ich es recht verstehe, geht es dir darum, mit einem großen Schiff zu fahren, du alter Seeman 😉
    Schöne Fotos hast du gemacht, besonders die Nr. 2 Oslofjord und der Sonneuntergang gefallen mir, aber auch die Architekturfotos, z.B. das mit den ‚goldenen‘ Fenstern.
    LG, ‚Franka‘

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    1. Hans-Georg

      Ja, das war nun das 2. Mal innerhalb kurzer Zeit, dass wir mit einem grossen Schiff gefahren sind. Bei den Fahrten nach Oslo „ist der Weg das Ziel“, nämlich das Schiff. Oslo ist da nur eine kleine Zugabe. Da halten wir uns auch nie lange auf.

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  2. kalle

    Hallo Hans-Georg,

    ich bin auch beeindruckt über die Ausstattung der Fähre, und freue mich immer über die Impressionen vom Schiff und Oslo; aber wenn ich an den Seegang denke, bin ich froh, hier in meinem ruhigen Bett zu liegen 🙂 Ich halt kein Seebär. Daran erinnert mich auch der hölzerne Kerl aus dem hohen Norden…

    liebe grüsse Kalle

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    1. Hans-Georg

      Dabei war das gar nicht schlimm mit dem Seegang und schon gar nicht schlimmer als auf unser kürzlichen Kreuzfahrt.
      Ich habe da eine These: Auf der Fähre gibt es nur die Möglichkeit, von der Observation Lounge hinauszuschauen. Auf der Magic Promenade gibt es keine Fenster. Im Selbstbedienungsrestaurant ist die Möglichkeit auch sehr sehr eingeschränkt, nach draussen zu schauen. Ich denke, dass das der Knackpunkt ist.

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