ESC – Finale

Am Tag 2 nach dem ESC in Malmö melde ich mich nun auch zu Wort nachdem ich in einigen Blogs schon über die Veranstaltung gelesen habe. Dabei habe ich festgestellt, dass die unterschiedlichsten Meinungen zu den diversen Beiträgen vorhanden sind. Der Musikgeschmack ist also ziemlich breit gestreut – und das ist auch gut so!

Dänemark hat also in diesem Jahr den Musikpreis gewonnen, den weltweit mehr als 100 Millionen Zuschauer verfolgen. Sogar in Australien gibt es eine Gruppe von Interessierten, die eine interne Abstimmung machen, so wie es auf vielen privaten ESC-Parties schon zur Tradition gehört.

Unser ESC-Abend war eingebettet in ein Spargelessen, und zwar im Neubau, in dessen Rohbau wir im Januar schon zur Eisparty gewesen sind. Es gab also für etwa 20 Leute Spargel, Holsteiner Katenschinken, Kartoffeln und wahlweise zerlassene Butter oder Sauce Hollandaise. Alles sehr sehr lecker. Kurz vor dem Beginn der Übertragung gab es im zukünftigen Carport eine kleine Tanzeinlage der Tochter des Hauses mit ihrer Freundin. Und dann ging es los.

Es ist ein wenig schwierig, im Nachhinein noch viel über den Abend aus Malmö zu schreiben. Doch ein paar Anmerkungen seien mir noch gestattet:

Für das Lied aus Dänemark habe ich per ESC-App abgestimmt. Genauso gut hätte ich auch für Aserbaidschan oder Rumänien anrufen können, doch die Nachbarn in Norden sind mir irgendwie lieber als die Osteuropäischen Länder. Also war das meinerseits eine politische Entscheidung. Warum sollte ich es anders machen als alle die, von denen Deutschland keine Punkte bekommen hat. Oder war es vielleicht der süsse Flötenspieler, der ausschlaggebend für meine Punktevergabe war? Ein wenig erinnert mich „Teardrops“ an den Dänischen Siegertitel der Olsen Brothers im Jahr 2000, „Fly on the Wings of Love“. Beide Titel schweben so leicht daher.

Warum Ungarn so weit vorn gelandet ist, ist mir völlig unverständlich. Erstmal hasse ich diese unförmigen Strickmützen. Zweitens ist der Song total langweilig. Dass ausgerechnet aus Deutschland 12 Punkte dafür vergeben wurden, verusachte bei mir ein grosses Aufstöhnen.

Der Auftritt von Cascada war genial. Sozusagen auf den Punkt hat Cascada nicht nur ihr bestes gegeben, nein, sie war in topform, mitreissend! Warum sie es nicht unter die ersten 10 geschafft hat, ihr wurde an mancher Stelle sogar die Möglichkeit des 1. Platzes vorhergesagt – darüber werden sich wohl die Fachleute die Köpfe zerbrechen.

6 Gedanken zu „ESC – Finale

  1. Kay

    Cascada hat es nicht unter die ersten 10 geschafft, weil sie aus Deutschland kommen. Deutschland bzw. die Deutschen sind eben zurzeit nicht mehr die Sympathieträger im Ausland. Das hat wohl etwas mit der Politik und dem Verhalten zu tun. Darunter muss dann wohl die Musik leiden.

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    1. Hans-Georg

      Wenn diese Theorie stimmt, dann hält man uns da wirklich den Spiegel vor und uns wird gezeigt, was man derzeit in Europa von uns hält. Und das ist nicht gerade schmeichelhaft.
      Cascada und Glorious haben das jedenfalls nicht verdient!

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    2. ossi1967

      Kay, das geht sich nicht ganz aus. Zu den 5 Ländern, von denen Deutschland überhaupt Punkte eingeheimst hat, gehört mit Spanien ausgerechnet einer der Staaten, die grad so richtig in der Schuldenkrise stecken. Da ist auf politischer Ebene Deutschland sicher kein dicker Freund. Andererseits haben aber Länder wie Norwegen und Finnland, aber auch Aserbaidschan und Weißrussland keinen Grund, politisch angschnupft zu sein. (Jedenfalls nicht mehr als sonst. *gg*)

      Irgendwie kommt mir die deutsche Fassungslosigkeit über das Abschneiden von Cascada schon fast lustig vor: Sie ist das Spiegelbild der Fassungslosigkeit, mit der wir hier den Ausgang des deutschen Vorentscheids verfolgt haben. Da gabs doch einige gute Songs… und dann wurde ausgerechnet ein Lied geschickt, über das ich damals schon geschrieben habe: „Glorious von Cascada klingt in seiner stampfigen Einfallslosigkeit nach einem Titel in kyrillischen Buchstaben, wie er typischerweise von jenseits der Karpaten geschickt wird. (Der aufdringlich-rustikale Charme der Interpretin tut nichts, um diesen Eindruck abzuwehren.)“

      Meine Theorie ist: Der (in Deutschland) bekannte Name hat Euch da beim Voting ein bißchen verführt. Vielleicht trifft der Song auch in Deutschland einen Nerv, im Rest Europas aber eben nicht. Bei meiner privaten ESC-Party gabs für Glorious auch kaum Punkte, der Song landete auf Platz 20… und das bei Leuten, die mit absoluter Sicherheit keinerlei Vorbehalte gegen Deutschland haben.

      Vielleicht ist wirklich alles genau so, wie’s scheint. Vielleicht muß man keine Ausreden konstruieren. Vielleicht war der Song einfach nicht gut genug.

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      1. Hans-Georg

        Ich sehe das nicht ganz so wie du, Oskar.
        Erstens mal ist Cascada in den benachbarten europäischen Staaten bekannter als in Deutschland.
        Desweiteren waren die Vorhersagen der Platzierung wesentlich positiver als das Endergebnis.

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  2. ossi1967

    Auch Bonnie Tyler ist bekannt und es hat ihr nichts genutzt. Und auch sie lag bei den Buchmachern deutlich weiter vorn. Österreich wurde ein Einzug ins Finale vorhergesagt und dort ein Platz irgendwo um die Mitte rum. So what? „Hätti wari“, sagen wir hier. Wenn man so viel auf die Vorhersagen geben könnt, könnten die Wettbüros zusperren. Die sind ja nur deswegen interessant, weil sie auch mal falsch liegen.

    Cascada hat auch in Australien beim Televoting nur Platz 18 belegt. Auch das eine anti-deutsche Verschwörung wegen Merkel?

    Cascadas Bekanntheit muß man halt auch relativieren: Ihre großen Erfolge waren Coverversionen. Yann Peifer und Manuel Reuter haben offenbar ein Händchen genau dafür. Beim Song Contest wär halt aber Kompositionstalent gefragt, eine sichere Hand für eingängige und berührende Melodien.

    Versteh mich nicht falsch, es geht mir ja nicht drum Dich davon zu überzeugen, daß Glorious ein schlechter Song ist. „Gut“ und „schlecht“ gibts bei Musik sowieso nicht, es gibt nur persönlichen Geschmack. Ich finds nur reichlich unverschämt, wenn ich in deutschen Medien diese Weltverschwörungs-Thesen zu dem Thema lesen muß. Im Endeffekt wird dabei ja auch mir persönlich unterstellt, daß ich Glorious in Wahrheit supertoll gefunden habe und nur wegen einer geheimnisvollen anti-deutschen Grundstimmung im Trinkwasser (oder wegen der Merkel) nicht angerufen hab. Ich laß mir aber nichts unterstellen. Ich weiß, daß ich Glorious wirklich und ernsthaft miserabel finde. Und genau weil ich das weiß muß ich als einfachste Erklärung in Betracht ziehen, daß das Lied auf andere Leute in Europa und Australien genauso gewirkt hat wie auf mich. Ganz ohne Verschwörung.

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