Beethoven trifft Orff

buehne

Das ist der Titel des Konzertes, welches wir gestern Abend in der Laeiszhalle in Hamburg besucht haben, ein Weihnachtsgeschenk meines Mannes.

Im ersten Teil wurde die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven aufgeführt, nach der Pause die Cantate Carmina Burana von Carl Orff. Das Konzert sollte von einer Lasershow begleitet werden.

Als wir den Konzertsaal betraten, wurde die Vorfreude etwas ernüchtert durch die Tatsache, dass links und rechts der Bühne grosse Lautsprecherboxen aufgestellt waren und zwischen den Sitzen für die Orchestermitglieder Mikros standen. Die Mikros erklärte ich mir so, dass über sie die Takte für die Lasershow gegeben werden sollten. Aber wozu die Boxen?

Zur Einstimmung auf den Abend gab es eine kleine Lasershow, untermalt mit Musik und einer Erklärung, was uns an diesem Abend erwarten würde. Aha, dafür die Boxen.

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Das Konzert wurde also mit den 4 Sätzen der 9. Sinfonie von Beethoven eröffnet. Eigentlich finde ich diese Sinfonie ja recht nett. Aber irgendwas störte mich, die Musik wirkte nicht „rund“ auf mich. Als dann im 4. Satz die Solisten auftraten, mit Mikros ausgestattet (!), war ich total desillusioniert. Die Laeiszhalle hat eine ausgezeichnete Akustsik und gute Sänger sollten es nicht nötig haben, über Verstärker zu singen. Andererseits, aufgrund des grossen Orchesters und des grossen Chores, war es wohl besser so. Sonst wären die Stimmen vielleicht gar nicht zu hören gewesen, was bei dem Tenor an einer Stelle trotz Verstärkung der Fall gewesen ist.

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Nach der Pause dann Carmina Burana. Das bekannteste Stück daraus ist das wuchtige „O Fortuna“, hat wohl jeder schon mal gehört.

Carmina Burana ist ein Musikwerk, welches auch szenisch aufgeführt wird, hier aber eben „nur“ konzertant, untermalt mit der Lasershow und anderen Lichteffekten.

Ich hatte den Eindruck, dass das Philharmonic Classic Orchestra nach der Pause lockerer und „runder“ gespielt hat. Jedenfalls hat es mir ausnehmend gut gefallen, die Cantate zu hören. Der Beifall am Schluss des Konzertes war auch viel intensiver als nach der Sinfonie. Vielleicht lag ich mit meinem Eindruck nicht daneben.

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Die begleitende Lasershow war nichts besonderes und meistens langweilig. Sie lenkte – mich jedenfalls – vom Hörgenuss ab.

Alles in allem ein entspannter Abend, der durch Carmina Burana gerettet wurde.

10 Gedanken zu „Beethoven trifft Orff

  1. Arne

    Woher ich “O Fortuna” von Carmina Burana kenne? Bei Heimspielen läuft der glorreiche FC Bayern München von 1900 zu dem Lied ins Stadion. Tja…

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  2. Kalle

    Popmpöse Halle, die aber ein schönes Ambiente schafft. Eine Lasershow brauche ich dabei auch nicht, und es passt auch nicht so recht, aber den anderen hat es vielleicht gefallen. Dient das runde Netz an der Decke eigentlich der Akkustik? Lg Kalle

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    1. Hans-Georg

      Die Lasershow gab es nicht für die 9. Da passt es auch gar nicht. Zur Carmina Burana war es ok, aber nicht zwingend erforderlich.
      Das Netz diente als Projektionsfläche für die Lasershow. “Grafiken” und Texte wurden dort sichtbar gemacht.

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  3. Christian

    Ich habe mir das Konzert auch angetan (Mitte Mai in der Meistersingerhalle Nürnberg).

    Um ehrlich zu sein war ich ziemlich enttäuscht. Die Lasershow am Anfang war richtig nett, der ganze Raum wurde mit Lasern eingedeckt und überflutet; etwas fürs Auge, die Musik war auch passend dazu.

    Im Weiteren Verlauf hat sie aber nur noch gestört. Man konnte sich nicht auf Orchester, Chor und Solisten konzentrieren, die Leinwand wurde ständig hoch und runtergekurbelt, und was sich da auf der Leinwand abspielte, wirkte auf mich wie billige ClipArts, die immer gleich und (fast) ohne jeglichen Bezug zur Musik heruntergespult wurden.
    Die Spots/Discolichter, die sich hin und wieder mit dem Laser abwechselten, waren nicht im Takt, total unkoordiniert und ließen das Ganze keineswegs wie eine Veranstaltung aussehen, für die man 50 Euro gelöhnt hatte.

    Half also nur: Augen zu und Musik genießen.
    Naja… leider war das nicht so wirklich ein Genuss. Die Interpretation hat mir überhaupt nicht gefallen, sie war entweder holprig, emotionslos oder hetzend. Der Bariton war eine Enttäuschung; allein die Sopranistin, der Tenor und der Chor konnten voll überzeugen.

    Carmina Burana bietet außer „O Fortuna“ auch eigentlich nichts Großartiges, was einen vom Hocker hauen würde. Und nach dem 3. Mal „O Fortuna“ war ich dann auch froh, als ich dieses Spektakel endlich hinter mir lassen konnte.

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    1. Hans-Georg

      Hallo Christian, erstmal willkommen auf meinem Blog.
      Zum Thema: Eine Leinwand hatten wir nicht, eben nur die Lasershow.
      Insgesamt war es eher ein Spektakel als ein Konzertabend. Allerdings: Carmina Burana szenisch dargestellt, ist auch ein Spektakel.

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