Musical in Lübeck


Lange bevor der grosse Musicalveranstalter Stageentertainment, vormals Stella, in Deutschland zum Marktführer für Musicals wurde, wurden in Lübeck bereits hochkarätige Aufführungen unter dem Intendanten Karl Vibach auf die Bühne gebracht. So standen dort u.a. Nadja Tiller in dem Musical „Applaus“ und Freddy Quinn in „Feuerwerk“ auf der Bühne. Was lag also näher, unseren Müttern einen Besuch einer Aufführung von „My Fair Lady“ im Theater Lübeck zu schenken?! Karl Vibach ist zwar lange tot, aber Musicals haben im Theater Lübeck gute Tradition.

Zu einem Theaterabend gehört natürlich ein vorher ein schönes Mahl, welches wir im Kartoffelkeller einnahmen. Das Essen war superlecker, die Bedienung sehr freundlich und man sitzt dort gemütlich in historischen Gewölben.

„My Fair Lady“ – da denkt man an opulente Kostüme und schöne Melodien. Die Melodien waren da – aber die Handlung war in das London unserer Zeit verlegt, was dem Musical ganz gut steht. Nur – bei uns sprang der Funke nicht so über wie er es offensichtlich beim grössten Teil des Publikums tat. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Die Inszenierung ist nett aber nicht rund, was zum Teil an der Tontechnik lag, einige der Ensembleszenen wirkten auf uns aufgesetzt, künstlich.

Von den Darstellen sind herauszuheben Katharina Schutza als Eliza Doolittle (das Blumenmädchen aus der Gosse) und Steffen Kubach als Professor Henry Higgins, der aus dem Blumenmädchen eine Lady macht. Beide sind grossartig in ihrem Spiel, Ausdruck und Gesang, wirklich ganz grosses Theater.

Alles in allem war es ein vergnüglicher Theaterabend, dem aber der letzte Schliff fehlte. Das Theater Lübeck hat auf seiner Hompage einige Szenenfotos veröffentlicht.

2 Gedanken zu „Musical in Lübeck

  1. kalle

    Hallo Hans-Georg, schade dass der Funke nicht übersprang. Ich erinnere mich zurück in die Neuziger, wo ich damals während meiner Kur in Travemünde ebenfalls das Musical im Lübecker Theather besuchte, und zuvor im Kartoffelkeller speiste. Hier fällt mir auf, dass die Kostüme ziemlich schrill sind. Damals war es viel zurückhaltender…aber man muss heutzutage auch Akzente in einer Inzenierung setzen, um Interesse zu wecken.

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  2. Hans-Georg

    Ob es gut ist, schrille Akzente zu setzen, lass ich mal dahingestellt. Bei Opern kann mich das sehr durchaus stören, hier war es ok und akzeptabel.
    Was hast du denn damals in Lübeck gesehen?

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