Archiv für den Monat: August 2011

31. August 1997


Das war für viele Menschen sicher ein Sonntag wieder jeder andere auch. Für mich nicht. Es war Alstervergnügen, dass ich am Nachmittag allein besuchte und am Abend mit einem lieben Menschen Arm in Arm verließ. Dieser liebe Mensch ist Bernd, der heute, nach 14 Jahren immer noch an meiner Seite ist, mit dem ich aneinandergekuschelt einschlafe, an den ich mich kuscheln kann des nachts, wenn ich mal nicht schlafen kann. Und den ich unsagbar liebhabe!

Aber heute ist nicht der einzige wichtige Tag in unserem Leben.

Kalt ist es

Wenn man sich, so wie ich zurzeit, ziemlich bewegunglos in der Wohung aufhält, ist es schon recht frisch. Und ich denke darüber nach, zum ganz leichten Temperieren, die Heizung anzustellen. Aber manno, es ist August!!! Da ist die Hemmschwelle, das zu tun, schon sehr sehr hoch. Noch denke ich nur darüber nach …

Der Dampfeisbrecher


Am vergangenen Wochenende fanden hier in der Region die Tage der Industriekultur statt. Der Dampfeisbrecher Elbe, gebaut im Jahr 1911, also 100 Jahre alt, nahm an dieser Veranstaltung teil, mit einer Fahrt von Hamburg via Geesthacht nach Lauenburg. Wir warteten auf seine Ankunft auf einer Bank in der Sonne sitzend am Anleger.

Dampfschiffe bewegen sich kaum hörbar fort. Und hätte ich nicht zufällig in Richtung Schleusenkanal geschaut, wäre er plötzlich vor unseren Augen aufgetaucht. Fast lautlos fuhr der Eisbrecher aus dem Schleusenkanal kommend auf den Anleger zu.


Das Anlegemanöver fand direkt vor unseren Augen statt. Geführt wurde das Schiff von einer Kapitäneuse, die ihre Kommandos aus einer Luke auf der hölzernen Brücke gab.


Nach einem Aufenthalt von etwa 30 Minuten, während dem noch ein paar Fahrgäste einstiegen, machte sich das knuffige Schiff auf den Weg nach Lauenburg. Wenn ich nicht mit meiner Bandscheibe zu tun gehabt hätte, wären wir sicher gern mitgefahren. Aber es war wohl besser, die Abfahrt des Schiffes von der Bank aus zu beobachten.

Erst Mitte Juli hatten wir den Dampfeisbrecher Elbe bei der Passage von Hamburg nach Lauenburg an Geesthacht vorbeifahren sehen. Dabei ist das Foto für den Header entstanden.

Wieder online mit W-LAN

So, mein kleiner Tischrechner, also mein Laptop, ist wieder zu Hause. Die Stolperfalle im Arbeitszimmer kann entfernt werden und ich kann wieder auf der Terrasse surfen, lesen und schreiben.

Diagnose: Das Bios hatte sich aufgehängt. Therapie: Ein Reset. Ergebnis: Das Ding läuft wieder. Kosten: 35 Euro.

Ursache: ????? – will sagen: Keiner weiss nichts.

Egal, ich hab viel Geld gespart!

Ist das so richtig?

Wer viel schreibt, dem kommen ab und zu auch mal Wörter unter, die er zwar schon mal in den Mund genommen aber noch nie zu Papier bzw. zu Blog gebracht hat. So ging es mir heute Abend als ich auf den Kommentar von Elvira antwortete.

Das Wort, um das es geht, ist „wehgetan“. Als ich das da so schwarz auf weiss gesehen habe, wurde mir klar: Das hast du noch nie geschrieben und sieht es irgendwie merkwürdig aus! Aber es muss doch richtig sein – oder?

Nun, nicht alles, was wir sagen, ist grammatikalisch korrekt – und was wir schreiben auch nicht, jedenfalls was ich schreibe nicht. Vermutlich sträuben sich in Köln manchmal die Nackenhaare. Aber sagt man nicht immer: Man soll so schreiben wie einem der Schnabel gewachsen ist?

An der Nadel

Nein, die Nadel war eher an mir. Genaugenommen waren es 12 Nadeln, mit denen ich heute Nachmittag gespickt war – und das freiwillig. Eine steckte in meiner Hand, jeweils ein paar im Fuss, Knie und Rücken. Dann wurde das Licht gelöscht. Ich lag entspannt auf der Seite und horchte und fühlte in mich rein.

Nach 25 Minuten wurden die Nadeln gezogen und ich musste weitere 20 Minuten ruhen. Ein schriller Wecker erinnerte mich dann daran, dass ich mich anziehen und gehen durfte. Zur Belohnung gönnte ich mir ein Eis.

Am Dienstag nächster Woche ist dann die 2. Sitzung.

Warmduscher

Ich gebe zu, dass ich ein Warmduscher bin. Kalt? Nee, das ging noch nie bei mir. Also fiel das Duschen heute morgen mangels warmen Wassers aus. Es gab dann nur eine Katzenwäsche: Das Gesicht und untenrum, so am Waschbecken. Wie früher, als es noch keine Duschen in den Wohnungen gab, aber eine Badewanne im Keller in der Waschküche. Da war dann samstags Badetag.

Inzwischen gibt es wieder warmes Wasser. Die Diagnose für den Ausfall ist mir noch nicht bekannt. Was immer auch der Grund war – morgens ohne Dusche geht ja überhaupt nicht.

Loriot

Victor von Bülow alias Loriot ist gestern im Alter von 87 gestorben.

War er ein Komiker? In gewisser Weise schon, aber ganz und gar nicht zu vergleichen mit denen, die sich heute Komiker nennen und auf der Bühne derbe Witze reissen. Loriot war ein Humorist.

Victor von Bülow besass einen sehr feinen, subtilen Humor. Unvergessen sind seine Sketche, sei es gezeichnet (Das Früstücksei / Szenen einer Ehe) oder als kleine Filme, bei denen er an der Seite der unvergessenen Evelyn Hamann vor der Kamera stand (Die Nudel / Der Kosakenzipfel). Viele seiner Szenen sind, fein beobachtet, aus dem Leben gegriffen und ein wenig überspitzt dargestellt. Viele seiner Charaktere können wir fast täglich beobachten.

Seine kurzen pointierten Inhaltsangaben von Opern anlässlich der jährlich stattfindenen Aidsgala in der Deutschen Oper Berlin waren unnachahmlich.

Wer seine Werke nicht versteht oder wer damit nichts anfangen kann, hat keinen Sinn für Humor. Ich werde mich an ihn und seine Werke immer gern erinnern und kann mich darüber immer wieder köstlich amüsieren.

„Ach!“ – „Warum sagen Sie ach?“ – „Ich hätte auch aha“ sagen können!“

Und jetzt werde ich auf die Terrasse gehen und „möchte einfach nur so da sitzen“!