Archiv für den Monat: April 2011

Dresden


Es war uns ja schon im vorigen Jahr nach unserem ersten Besuch in Dresden klar, dass es nicht der letzte sein würde. Kurz nach unserer Rückkehr entschlossen wir uns, unseren Müttern ein Fahrt nach Dresden mit einer Aufführung des Ballets La Bayadère in der Semper Oper zu Weihnachten zu schenken. Fix wurden die Karten gekauft und das Hotel gebucht. Wie wir gerade feststellten, war das 1 Jahr im Vorraus. Für uns dauerte die Vorfreude also ein ganzes Jahr während sich unsere Mütter 4 Monate auf den kleinen Tripp freuen konnten. Weiterlesen

Hochzeit in London und Ausflug nach Dresden

Während wir auf der Rückfahrt von Dresden waren, wurde in der Westminster Abbey eine königliche Trauung vollzogen. Die Zusamenfassung davon habe ich mir heute Abend im Fernsehen angeschaut. Leider wurde der Einzug der geladenen Gäste nicht gezeigt. Aber auch so war zu erkennen, dass ein Teil der Damen ganz schön schräge Hüte trug.

Eine Zusammenfassung unserer Fahrt nach Dresden gibt es demnächst auch. Aber die muss erstmal zusammengschnitten werden. Da wird dann auch darüber zu lesen sein, warum es in Dresden geschneit hat und was wir da gemacht haben.

Für den grossen Einkauf


An der Kunsthalle ist derzeit eine Freilichtausstellung. Gezeigt werden überdimensionale Einkaufstaschen wie man sie in guten Geschäften bekommt um die gekaufte Ware zu transportieren.

Leider hatte ich nicht genügend Zeit, mich mit der Hinweistafel zu beschäftigen und noch mehr Aufnahmen zu machen. Ich hatte aber gelesen, dass die Taschen von Künstlern für die Firma Montblanc gemacht wurden. In den nächsten Tagen werde ich mich noch etwas intensiver dort umschauen. Unser Büro ist ja fast gleich nebenan.

Nachtrag (27.04.):
Die Tüten sind schon wieder entfernt, sehr schade. Es gibt also leider keine weiteren Fotos.

Ostern im Sommer

Vorbei sind sie, die vier freien Tage. Wobei ich in meinem Job ja nie so hundertprozentig richtig frei habe. Da Karfreitag nicht in allen europäischen Ländern frei ist, ebenso wie der Ostermontag, habe ich mich mehrmals in den Firmenrechner einloggen müssen um zu kontrollieren, ob auch alles wie geplant abläuft. Es ist in meinem Job halt nicht möglich, die Arbeit immer ganz auszublenden. Aber ich will mich nicht beklagen solange ich von zu Hause arbeiten kann.

Vier freie Tage und das bei dem Wetter. Es war wie Sommer. Und wir haben die Tage genossen. Tagsüber haben wir viel auf der Terrasse sitzen können. Leider war der Ostwind abends dann zu frisch, um länger draussen sein zu können. Es ist eben doch noch kein Sommer. Egal – es war eine schöne Zeit.

Jetzt zwei Tage arbeiten, dann habe ich schon wieder vier Tage frei. Am Donnerstag fahren wir mit unseren Müttern hierhin, die Weihnachtsgeschenke einlösen.

Zwiegespalten


Deutschlandweit fanden heute, am Ostermontag, Demonstrationen gegen Atomkraftwerke statt, so auch in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung. Das Kernkraftwerk Krümmel liegt nur ca. 2,5 km entfernt auf dem Stadtgebiet der Stadt Geesthacht.

Nur allzu gern würde ich mich an der Demonstration direkt vor dem Kraftwerk beteiligen. Da gibt es allerdings ein grosses „Aber“, das mich davon abhält.

Seinerzeit, als wir das Kleinod entdeckten, wo einmal unsere Wohnung sein würde, wussten wir, dass das AKW Krümmel sozusagen direkt nebenan liegt. Trotzdem unterschrieben wir den Kaufvertrag. Mein schwarzer Humor sagte: Je näher dran um so schneller ist es mit dem Leiden vorbei.

Während der vergangenen Jahre wurde uns bekannt, dass es sich beim AKW Krümmel um einen der in Deutschland stehenden Pannenreatkoren handelt. Bei ausgiebiger Recherche wäre ich sicher auch vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages darauf gestossen. Unterschrieben hätte ich wohl trotzdem.

Wenn ich mich jetzt an einer Demonstration direkt am Kraftwerk beteiligen würde, wäre es ähnlich, als wenn ich ein Haus in Flugplatznähe kaufen würde und ich würde dann gegen den Fluglärm protestieren.

Die heutigen deutschlandweiten Demonstrationen richten sich zwar überwiegend gegen die Erzeugung von Energie durch Atomkraftwerke im Allgemeinen. Deshalb haben wir die Abschlussveranstaltung auf dem sogenannten Roten Platz direkt an der Elbe aufgesucht um auf diese Weise unsere Solidarität zu zeigen um zu bekräftigen: Ja, wir sind gegen Atomstrom!

Uns fiel auf, dass die Menschen, die wie dort angetroffen haben, fast alle einem gewissen Typ darstellen. Männer, deren Bärte länger als 3 Tage gewachsen waren und deren Kopfhaar auch mal wieder einem Friseur präsentiert werden sollten. Frauen mit grauen Haaren, nicht gestylt. Fast alle in Sandalen, fast alle mit einer Kopfbedeckung und mit Rucksack – irgendwie alternativ, irgendwie Schlabberlook. Es waren wenige Menschen, die so aussahen wie du und ich.

Diese Menschen nehmen an diesen Demonstrationen aus Überzeugung teil und sie sind ein Grossteil dessen, was die Antiatombewegung ausmacht. Aber warum sieht man ihnen das an? Warum sehen die alle gleich aus? Ein merkwürdiges Völkchen.

Gefasst

Der Vater des 12-jährigen Julien ist gefasst worden. Er soll angeblich bereits gestanden haben, seinen Sohn erschlagen zu haben.

Selbst Vater eines heute 30-jährigen Sohnes kann ich nicht verstehen, wie man sich zu so einer Tat hinreissen lassen kann. Gut – wir hatten auch unsere Diskussionen. Aber das gehört halt dazu, wenn man ein Kind grosszieht.

Ich habe meinen Sohn stets geliebt und liebe ihn noch immer. Er ist nach wie vor die Nummer 1 in meinem Leben. Sein eigen Fleisch und Blut umbringen, was immer auch die Beweggründe gewesen sein mögen – dazu fehlen mir einfach die Worte.

Flugverfolgung

Unsere Nachbarn sind gestern zu einem 3-wöchigen Urlaub nach Kuba aufgebrochen. Versehen mit Abflugzeit in Frankfurt und der Flugnummer beobachteten wir via flightradar24 die Starts am Airport in Frankfurt. Ein Klick auf das Symbol eines etwas grösseren Flugzeugs brachte die Gewissheit: Sie sind gestartet. Die Flugroute ging nach Westen Richtung Frankreich, nördlich von Paris, dann etwas nach Süden und der Französischen Atlantikküste entgegen. Kurz nach dem Verlassen des Festlandes verlor sich die Spur. Das System basiert nämlich auf privaten Stationen. Auf See gibt es eben keine. Am Abend erhielten wir dann eine SMS, dass die Nachbarn gut angekommen sind und bereits dabei waren, ihre Koffer auszupacken.

Mir macht es Spass, ab und zu mal auf flightradar24 reinzuschauen, was in unserem Umfeld am Himmel so los ist, auch wenn gerade keine Menschen in der Luft sind, die wir kennen.

Karfreitagsruhe?

Karfreitag ist der höchste christliche Feiertag, das ist sicher unbestritten, jedenfalls für die, die in der Kirche verwurzelt sindg und einen tiefen Glauben haben.

Ich erinnere mich an meine Jugendzeit. Wir hatten damals noch keinen Fernseher, nur ein Radio. Während an „normalen“ Tagen der Radiohörer mit der damals üblichen Unterhaltungsmusik berieselt wurde, konnte man am Karfreitag nur klassische Musik hören, und auch nur solche die sehr „getragen“ daherkam. In meinen Ohren war das ein schreckliches Gedudel obwohl ich auch damals schon der klassischen Musik nicht abgeneigt war.

Inzwischen ist das anders, jedenfalls hier im evangelischen Norddeutschland. Der private Sender unseres Vertrauens (Tim, entschuldige bitte) sendet ein Programm wie an jedem anderen Tag auch. Nichts deutet darauf hin, dass heute Karfreitag ist. Und das ist auch gut so! Wer die Musik nicht hören will, kann ja auf einen anderen Sender ausweichen, es gibt ja genügend Möglichkeiten heute.

Die Frage ist, ob sich die Menschen, die nicht der Kirche zugetan sind, eine Karfreitagsruhe aufzwingen lassen müssen? Glauben kann man doch auch bei fröhlicher Musik – auch an einen solchen Tag wie diesem. Man muss doch nicht ständig und in jeder Minute daran erinnert werden, dass dies der Tag ist, an dem Jesus angeblich vom Kreuz erschlagen, äh, ans Kreuz geschlagen wurde. Am Todestag meines Vaters, der mir sicher näher stand als Jesus, höre ich doch auch nicht den ganzen Tag traurige Musik.

Ein Protest gegen die Karfreitagsruhe fand heute in Frankfurt statt:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die kleinen Jungs freiwilling an der Prozession teilgenommen haben.