Archiv für den Monat: Februar 2010

Farbe

Genug der grauen Jahrszeit, genug Schnee und Fotos davon. Jetzt kommt Farbe ins Spiel. Im Elbe-Penthouse gibt es die ersten Farbtupfer (siehe auch der obige Frühlingsheader).

Und auf unserer gestrigen Fahrt nach Lüneburg habe ich den ersten Storch entdeckt.

VooDolls

Vodoo – davon hat wohl jeder schon mal gehört – und sei es, dass man in einem Film damit konfrontiert wird. Mit einer Nadel wird in eine Puppe gestochen und irgendwo auf der Welt fasst sich jemand ans Herz und fällt um. Oder beginnt zu humpeln. Oder sontstwas passiert mit einer Person, der man Gutes oder Böses antun möchte. Das haben wir ja fast alle schon mal gesehen.

Jetzt gibt es VooDolls, eine Sammlung kleiner verschiedener Puppen. Jeder von ihnen wohnt eine spezielle Kraft inne. Da ist z.B. Guido Glamour. Er ist speziell für uns Schwule da. Typisch für ihn sind die blondierten Haare, in denen am Haaransatz gerade die natürliche Farbe herauswächst.
„Guido gibt Dir Mut und Kraft, einfach der zu sein, der Du bist. Er hilft Dir immer, im richtigen Glanz der schwulen Welt zu stehen – mehr Glamour und eine noch bessere Frisur sind ohne ihn schlicht und einfach unmöglich.“

Es gibt VooDolls für fast jeden Lebensbereich, sogar zum Starkoch kannst du es bringen mit Pascal le Chef:
„Pascal lässt Dich zum Starkoch mutieren – Deine Gäste werden Dich ab sofort vergöttern und Du gehst in die Annalen der Kochgeschichte ein. Mahlzeit!“

Und wenn die VooDoll ihre Kräfte mal nicht entfalten soll, wird sie einfach in den magischen Sack gesteckt. Und vielleicht hilft ja allein der Glaube an die Kraft einer VooDoll, dass man sich ein wenig besser fühlt.

Man mag dran glauben und man kann es sein lassen – ein nettes Mitbringsel sind die kleinen Dinger allemal.

Vielleicht sollte ich mir Doctor Feel Good bestellen. Ich habe gerade Schnupfen.

Dekadenz

Ein Aussenminister, dessen Ressort das gar nichts angeht, wettert über Dekadenz weil er meint, Hartz IV-Empfänger sind alle faul. Hoffentlich interessiert sich Herr Westerwelle auch für die Dekadenz der HSH Nordbank. Die Bank operiert am Rande des Abgrunds und wird nur von Milliardenzahlungen der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein am Leben erhalten, von Steuergeldern also, also auch von meinen Steuern.

Während andere Arbeitnehmer um ihren Job bangen bzw. ihnen Urlaubs- und Weihnachtsgeld gekürzt wenn nicht gar gestrichen wurde, genehmigen die Bankenchefs ihren Mitarbeitern eine „Vergütung für Mehrarbeit“ und eine „Restrukturierungsprämie“. Hallo! Geht’s denn noch?! Warum muss sowas nicht von den Landesregierungen Hamburgs und Schleswig-Holsteins genehmigt werden? Hat Herr Nonnenmacher einen Freibrief, meine Steuergelder und die der anderen Steuerzahler zum Fenster hinauszuwerfen?

Herr Westerwelle, das Bankgewerbe ist zwar auch nicht ihr Ressort, aber sagen Sie was dazu. Sagen Sie, dass das dekadent ist, was da getrieben wird. Sie haben doch sonst immer eine grosse Klappe und sagen ungefragt zu allem ihre Meinung! Hauen sie mit der Faust auf den Tisch. Am besten ziehen Sie einen Schuh aus und hauen mit dem auf das Rednerpult – wie einst Chruschtschow das getan hat. Aber halt, ich vergass: Sie haben es ja nur auf die kleinen Leute abgesehen.

Hundertwasser


Stöckchen lasse ich meist links liegen und an irgendwelchen Blogaktionen habe ich ich mich auch noch nie beteiligt. Ich hatte sogar schon mal überlegt, über solche Aktionen zu schreiben, und zwar nichts sehr positives. Bisher haben mich alle Aktionen, denen ich begegnet bin, nämlich fürchterlich gelangweilt.

Bei April entdeckte ich heute allerdings etwas, das ich ziemlich interessant finde. Wahrscheinlich deshalb, weil mich die Werke dieses Künstlers Friedensreich Hundertwasser sehr faszinieren. Und so lag es denn nahe, dass wir bei unserem Musicalbesuch in Magdeburg im vorigen Jahr in der Grünen Zitadelle übernachtet haben.

Für die Aktion Hundertwasser hier ein paar Detailaufnahmen.

Fetisch

Erwischt in Nylonstrumpfhosen wäre für Bernd und mich ein Scheidungsgrund – gegenseitig. Grrrrr – mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich nur daran denke. Schrecklich.

Wie ich darauf komme? Irgendwer ist mit dem Suchbegriff „erwischt in Nylonstrumpfhosen“ mein Weblog gefunden. Gelandet ist die Person auf diesem Artikel. Da steht zwar was über Strumpfhosen, aber sicher nicht das, was erhofft war.

Das passt

Das ist ja wohl der Gipfel der Geschmacklosigkeit:
Um einer Sammelklage wegen Kindesmissbrauchs vorzubeugen, hat der Jesuitenorden in den USA Insolvenz beantragt.

So einfach ist das also: Ich hab nichts also hab ich auch keine Schuld. Diese Geschichte passt zu diesem scheinheilgen Verein. Es ist unfassbar.

Einer Partei würden die Wähler weglaufen. Vermutlich werden die Gläubigen das nicht mit Kirchenaustritten quittieren – leider.

Rentnerfrühstück

Ein kleines Malheur mit grosser bzw. teurer Wirkung brachte es mit sich, dass unser Wagen heute in der Werkstatt unseres Vertrauens in Lüneburg angemeldet war, um dort ein paar Schönheitsreparaturen erledigen zu lassen. Um acht Uhr hatten wir Termin. Die Schönheitsop sollte etwa 4 Stunden dauern. Also machten wir uns auf den Weg in die kleine schöne Innenstadt, die wir in etwas 20 Minuten erreichten.

Nun, zu dieser Zeit ist wohl in keiner Stadt schon was los. Einzig die Bäckereien hatten schon geöffnet. Bei Café Senkrecht zu frühstücken ist dann aber etwas zu unbequem, zumal wir ja auch viel Zeit hatten, die es totzuschlagen galt. Wir wollten in der Cafeteria von Karstadt frühstücken, die wir früher schon mal aufgesucht hatten.

Gegen 9 Uhr ging es Richtung Karstadt. In der Cafeteria war schon richtig was los. Einen Fensterplatz, von wo aus man einen schönen Ausblick auf den Marktplatz hat, gab es nicht mehr, schade. Frühstück bei Karstadt war im Angebot: 5 Teile für 2,95. Wenn man es geschickt anstellt, bekommt man zu dem Preis 4 halbe belegte Brötchen (1 ganzes Brötchen = 1 Teil). Allerdings muss man dann mit dem Belag sehr sparsam umgehen. Da wir ordentlich frühstücken wollten, nahmen wir das, wonach uns der Sinn stand. Am Ende bezahlte ich 10 Euro für 2 x Frühstück inkl. je 1 Becher heisse Schokolade, die sehr wohlschmeckend war. Bei Vorlage des Kassenbon gibt es dann einen Nachschlag: 2 Becher heisse Schokolade für je 1 Euro.

Das Karstadtfrühstück scheint überwiegend bei den Lüneburger Rentnern sehr beliebt zu sein. Fast ausnahmslos bevölkerten sie die Cafeteria. Gehhilfen, wie Krücken und Gehwagen, waren kein Hinderungsgrund, sich dort zu verköstigen. Man kannte sich und grüsste hier und grüsste dort. Wir liessen uns Zeit, davon hatten wir ja reichlich, und beobachten das Treiben um uns herum. Nicht, dass frühstückende Renter besonders interessant sind, aber was sollten wir machen. Ich stellte mir vor, wie das bei uns in 10/15 Jahren sein wird. Hoffentlich können wir dann ohne Krücken und Gehwagen irgendwo zum Frühstück gehen wenn uns der Sinn danach steht.