Karneval in Rom

So lange es Menschen gibt, die es nicht dulden, dass eine Frau, die seit siebzehn Jahren nur noch von Maschinen am Leben erhalten wird, in sterben darf, können sich der Karnevalsverein in Rom und ihr Vorsitzender mit der Narrenkappe sicher sein, dass sie tun und lassen können, was sie wollen:
Auseinandersetzungen vor der Klinik In der Nacht zu Dienstag gab es vor Englaros Sterbeklinik im norditalienischen Udine Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern der Sterbehilfe. Etwa 300 katholische Gläubige versammelten sich Medienberichten zufolge vor dem Gebäude zu einer Mahnwache, in deren Verlauf sie die Teilnehmer einer Solidaritätskundgebung mit dem Vater Englaros als „Mörder“ und „Banditen“ beschimpften. Die Polizei griff im Laufe der Nacht ein, um die Auseinandersetzung zu beenden.

Da die arme Frau kurze Zeit nach dem Aussetzen der künstlichen Ernährung gestorben ist, was die behandelnden Ärzte nicht unbedingt erwartet hatten, kann man wohl davon ausgehen, dass eine Besserung ihres Zustandes nicht zu erwarten gewesen ist.

9 Gedanken zu „Karneval in Rom

  1. Frau Momo

    dazu heute in der taz: Berlusconi ist ein politischer Leichenfledderer
    aber wieso die Italiener den wieder gewählt haben, begreife ich eh nicht. Und von der kath. Kirche hab ich auch nichts anderes erwartet- gut nur für die Frau, das sie gestorben ist und nicht weiter zum Opfer von Berlusconi und Papst wird….

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  2. Hans-Georg

    @Ray:
    Man kann nicht genug tun um den angeblich glaubenden Menschen zu zeigen, was das für ein absurder Verein ist, dem sie nachlaufen.
    In der Hoffnung, dass es viele von ihnen Lesen, lass ich das so stehen. Aber ich befürchte, dass die, die es lesen sollten, sich nicht hierher verirren.

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  3. Ray

    Dass wir beide da Auge an Auge sehen, die gleichen Ansichten haben, ist ja klar, Hans-Georg, wenn man unsere Blog liest. Auch in Bezug auf den Verein da unten, den ich für die grösste Verbrecherorganisation der Welt halte. Da ist Berlusconi und sein korrupter Staat noch ein Waisenkind dagegen.

    Gut, konnte Eluana gehen. Ich habe einen ALS-Patienten, einen nahen Freund, während Jahren in den Tod begleitet. Wäre da einer von diesen Heuchlern von der Kirche aufgetaucht, ich hätte geschossen.

    Gerade die Erfahrungen von damals lassen mich heute diese Schweine verabscheuen. Sorry, harte Worte, kannste löschen, wenn Du das hier nicht willst.

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  4. Ray

    Danke für die Worte, Hans-Georg. Kommt dazu, dass ich noch nicht mal bedacht habe, dass der Verein glaube ich solche ‘Leute’ wie Dich gar nicht wahrhaben will. Schwulsein ist ja glaub’s nicht gerade eines der offiziellen Konzepte, welche die haben…

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