Archiv für den Monat: Mai 2007

Sind Teletubbies schwul?

Oder sind die Polen verrückt?

Man mag die Teletubbies mögen oder nicht. Ich finde die einfach nur schrecklich. Auf die Idee, dass die schwul sein könnten, bin ich noch nie gekommen. Und schon gar nicht auf die Idee, dass diese Biester schwul machen.

Anders die Polin Ewa Sowinska, ihres Zeichens Ombudsfrau für Kinder. Sie hat eine Untersuchung veranlasst, die herausfinden soll, ob die Teletubbies nicht „finstere homosexuelle Propaganda“ betreiben.

Als ich dies heute morgen in der Zeitung las kriegte ich die Wut. Die Polen haben sicher wichtigere Dinge zu klären, als sich mit so einem Schwachsinn zu beschäftigen.

Sicherheitszone

Wir hatten wohl heute eins der sichersten Büros in Hamburg. Da ich schon vermutete, dass der normale Weg ins Büro nicht zu benutzen sei, nahm ich eine Alternativstrecke. Auf dem Weg dorthin fragte ich einen Polizisten, ob denn die von mir gewählte Strecke frei ist. Er bestätigte mir, dass es kein Problem sei – und das war es auch nicht.

Wenig später stand ich dann in Sichtweite ca. 50 m von unserem Bürohaus entfernt und kam erst mal nicht weiter. Mein Weg endete an einer sogenannten Schleuse. Dort stand bereits eine Dame, die auch zur Arbeit wollte. Dann wurde ich befragt, wo ich denn hin wolle, was ich ordnungsgemäss beantwortete

Unter Sicherheitsbegleitung einer Polizistin durften wir den Bereich betreten. Sie brachte uns, also die Dame und mich, zur jeweiligen Haustür.

Heute Abend war der Spuk dann vorbei. Die Sicherheitskräfte waren abgezogen und die Sperren wurden bereits abgebaut. Morgen müssen wir uns wieder selbst um unsere Sicherheit kümmern.

Verwöhntag

In unserer kleinen Küche für mehrere Personen ein Menü zu zaubern ist nicht so ganz einfach. Für Freunde haben wir das schon hin und wieder gemacht, teilweise mit tagelangen Vorbereitungen. Nur für meine Eltern und Bernds Mutter hatten wir sowas noch nie auf die Beine gestellt. Meistens haben wir sie in ein Restaurant zum Essen ausgeführt oder es gab Fondue – aber ein selbstzubereitetes 3-Gänge-Menü haben sie bei uns noch nicht bekommen.

„Was macht ihr Pfingsten? Verreist ihr?“ fragte ich meine Mutter vor zwei Wochen. Nein, meine Eltern hatten nichts geplant. Also eine gute Möglichkeit sie einzuladen.

Das Hauptgericht war schnell ausgesucht. Es sollte der Toskanische Filet-Topf sein, den wir schon bei den Hasen genissen durften und den wir bei anderer Gelegenheit auch schon zubereitet hatten. Er lässt sich am gleichen Tag gut vorbereiten und braucht dann zu gegebener Zeit nur noch in den Ofen geschoben werden.

Der Nachtisch war auch schnell gefunden. Das Rezept für Beeren-Mascarpone-Eis von Anne wurde von mir umgewandelt in eine Erdbeer-Mascarpone-Creme. Statt das ganze im Gefrierfach zu Eis werden zu lassen kam Gelatine daran und wurde in den Kühlschrank gestellt. Die Creme konnte ich schon am Vortag herstellen.

Jetzt fehlte nur noch eine Vorspeise. Da alte Menschen schnell satt sind, sollte sie leicht sein und es durfte nicht so viel sein. Ausserdem sollte es sich wenigstens teilweise vorbereiten lassen. Und es sollte zur mediterranen Linie des Menüs passen. Ich wälzte also Kochbücher und -hefte, von denen reichlich vorhanden sind. Im Heft 8/2005 – meine Familie und ich / Kreativ Küche / Mittelmeer Küche – fand ich ein Rezept für marinierte Hähnchenbrust.

Wenn wir für jeden einen ganzen Hühnerbusen als Vorspeise gereicht hätten, wären die alten Herrschaften gleich satt gewesen. Also schnitt ich die Brüste in Streifen, von denen für jeden 3 Stück vorgesehen waren. Die Streifen wurden mittags mariniert und brauchten dann später nur in den Ofen geschoben werden.

Alles in allem sah es nach einem perfekten Familiendinner aus.

Unsere Erzeuger erschienen gegen 14.00 Uhr. Es gab Kaffee und selbstgekauften Kuchen, den ich selbst nicht hätte besser backen können. Am späten Nachmittag begann ich dann mit den Vorbereitungen für das Menü.

Nach und nach wurden die drei Gänge serviert. Es war eine Freude zu sehen, wie es unseren Gästen schmeckte. Sowas bekamen sie nicht alle Tage. Bernds Mutter ist alleinstehend und hat deshalb kaum Lust, sich sowas aufwändiges zu kochen. Meine Mutter gab zu, dass sie dazu gar keine Lust mehr hat. Umso mehr hatten wir Freude daran, unsere Eltern mal so richtig verwöhnt zu haben.

Das nächste Familiendinner wird im stattfinden. Dort werden wir küchentechnisch viel mehr Möglichkeiten haben und sicher auch etwas aufwändiger kochen.

Aussenminister in Hamburg

Demos, gesperrte Strassen, Scharfschützen auf Dächern – das ist der Zustand in Hamburg anlässlich einer Aussenministerkonferenz in Hamburg. Und ich werde mehr oder weniger mitten drin sein.

Mittels einer Sondergenehmigung bin ich befugt, morgen die Tiefgarage unseres Büros anzusteuern, das in unmittelbarer Nachbarschaft eines der Hotels liegt, in dem ein Teil der Delegationen untergebracht wird und in dem morgen Abend ein festliches Dinner stattfinden wird.

Eine andere Möglichkeit, als in der Tiefgarage zu parken, wird es eh nicht geben. Im gesamten Bereich ist ein absolutes Halteverbot ausgeschildert worden. Ich bin schon sehr gespannt auf die Reaktionen und Fragen der Sicherheitsebeamten, wenn ich in den gesperrten Bereich hineinfahren will. Und warum das ausgerechnet an einem Feiertag sein muss. Tja, ich mache halt nur meinen Job. Schifffahrt ist eben international und international ist morgen nicht überall ein Feiertag.

Ich würde gern darauf verzichten, für 2 Stunden ins Büro zu fahren. Aber ich tue mir selbst den Gefallen. Denn ab Dienstag bin ich allein in der Abteilung. Da kann ich morgen schon mal etwas vorarbeiten und habe dann am Tag danach einen ganz normalen Einstieg. Das hat sich in der Vergangenheit bestens bewährt. Die Hauptsache ist, dass ich überhaupt ins Büro komme.

Sängerfest

Für „Neuleser“ möchte ich kurz erklären, wie unsere Verbundenheit zu Schola Cantorosa entstanden ist:
Bernd war jahrelang aktiver Sänger und Mitglied der Kreativgruppe des Chores, die für die Programmgestaltung, Texte und Choreographien verantwortlich ist. Ich war einige Jahre verantwortlich für Beleuchtung und Toneinspielungen während der Aufführungen. Nach dem Austritt von Bernd aus dem Chor habe ich dieses Amt niedergelegt, bin aber immer noch Fördermitglied.

In diesem Jahr feiert der Schwule Männerchor Hamburg Schola Cantorosa sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat der Chor 4 schwule Chöre zu einem kleinen Chorfestival eingeladen:
Die Tollkirschen aus Leipzig
Homomannenkoor Zangzaad aus Groningen
Philhomoniker aus München
Zauberflöten aus Köln

Für uns begann das Wochenende am Mittwoch Abend. Bernd hatte unseren Übernachtungsgast Frank von Flughafen abgeholt. Er traf mit der letzten Maschine aus München ein. Als Frank um halb zwölf nachts bei uns in der Tür stand war es kein Gast. Frank ist Frank und gehört zur Familie und ist für uns nicht Besuch. Wer unsere kleine Wohnung kennt wird wissen, was das bedeutet.

Natürlich wurde in der Nacht noch lange geredet. Es war wohl erst 1 Uhr als wir schlafen gingen, Frank in „seinem“ Zimmer – unser Schlafzimmer, Bernd und ich auf dem Schlafsofa im Wohnzimmer.

Nach einem ausgedehnten Frühstück am Donnerstag Morgen machten wir uns auf den Weg nach Geesthacht um Frank den aktuellen Zustand des Elbe-Penthouse zu zeigen. Der Einladung zum Kaffee bei Familie G. schloss sich ein Spaziergang entlang der Elbe an. Dabei bekamen wir Appetit auf eine herzhafte Kleinigkeit. Wo anders als in der Alten Försterei bekommt man gutes und preiswerters Essen in Geesthacht? Zu einer Zeit, während der andere Leute bei Kaffee und Torte sitzen, verdrückten wir Försterinnenpfanne und Schnitzel, was viel zu viel und mindestens die dreifache Portion einer Kleinigkeit war. Trotzdem musste noch ein Nachtisch her. Danach waren wir pappsatt.

Wir machten uns auf den direkten Weg in den P.I.T.-Club in Hamburg, eine schwule Bar, in der die Akkreditierung für das Chorfestival stattfand. Frank als aktiver Sänger musste sowieso dort hin. Da Bernd und ich Festivalkarten bestellt hatten, mussten wir uns dort auch unser Ausweise abholen, die uns berechtigten, an allen Veranstaltungen inklusive der Proben teilzunehmen. Im P.I.T.-Club trafen wir alte Bekannte von frühreren Chorveranstaltungen und neue Gesichter. Auf neudeutsch nennt man so einen Abend wohl get-together. Ob es Chorschwestern gab, die dies allzuwörtlich genommen haben, entzieht sich unserer Kenntnis.

Für Freitag Mittag hatte Schola Cantorosa ein Fahrgastschiff für eine 2-stündige Hafenrundfahrt gechartert. Aufgrund des tollen Wetters drängten sich fast alle Teilnehmer auf den Freidecks. Von den Landungsbrücken ging es elbabwärts bis nach Blankenese. Auf der Rückfahrt wurden noch 2 Hafenbecken angesteuert, in denen grosse und kleine Containerschiffe lagen, sicher ein Erlebnis für die Landratten aus München und Leipzig. Und ich muss gestehen, dass auch ich ziemlich beeindruckt war.

Jedes vorrüberfahrende Schiff wurde mit einem vielstimmigen und hochtönigen „huhu“ begrüsst. Eine Ente, die sich während der Fahrt auf dem Dach der Barkasse niedergelassen hatte, wunderte sich sehr über den Unsinn und schaute erst mal über die Kante um zu begutachten, welche illustre Truppe an Bord rumkreischt.

Frank, Bernd und ich brauchten nach der Fahrt wieder mal eine Kleinigkeit, und diesmal war es auch eine. In einem Imbiss im Bahnhof bestellten wir uns Currywurst bzw. Baguette. Leider konnte ich mit der Currywurst nicht umgehen und kleckerte den Curryketchup auf mein weisses Poloshirt. Zum Glück konnte ich die Flecken mit meinem Festivalausweis gut verdecken. Trotzdem musste ein neues Hemd her. Frank fuhr zu uns nach Hause, er wollte ein Mittagschläfchen halten. Bernd und ich gingen shoppen: Ein neues Poloshirt und Zutaten für unser Currygericht, dass es später geben sollte.

Abends fand in der Markthalle das erste Jubiläumskonzert dieses Wochenende statt. Als erster Chor stand Schola Cantorosa auf der Bühne und präsentierte eine Kurzversion des neuen Programms „Die letzten Jahren – die erste Abschiedstournee“. Das Stück enthält 17 Lieder aus 8 Programmen der Jahre 1992 bis 2005, geschickt zusammengefügt in einer Geschichte, die im Seniorenwohnheim spielt. Die Jungs von Schola Cantorosa trugen auf der Bühne Sandalen, langweilige Pullunder, graue Perücken, Brille und stützen sich auf Krückstöcke – die Klischees schlechthin für ein Leben im Altersheim. Das Kurzprogramm war witzig inszeniert und machte Lust darauf, am nächsten Abend die ganze Version zu hören.

Als nächster Chor standen die Gäste aus Groningen auf der Bühne. Sie brachten deutsches Liedgut zu gehör, neu arrangiert und mit Witz inszeniert. Die Sänger hatten sich kostümiert, was keinen Bezug zum Gesang hatte. Jeder hatte ein orangefarbenes Asseccoir dabei, ein Tuch, eine Brille, einen Gürtel usw. Was wären Holländer ohne die Farbe orange.

Nach der Pause kam das absolute Highlight des Abends, und wie sich herausstellen sollte, DAS Highlight aller Aufführungen: Die Kölner Zauberflöten präsentierten ein perfektes Programm, das erst vor einer Woche in ihrer Heimatstadt Premiere hatte: „Starshine“. Vom Statisten zum Star – so lässt sich diese Geschichte kurz beschreiben. Tolle Choreographien, mit Witz und Esprit inszeniert, gesanglich voll auf der Höhe – ein Augen- und Ohrenschmaus. Standing ovations am Schluss waren der verdiente Lohn.

Ich kann nur jedem empfehlen, der in Köln oder Umgebung wohnt, sich auf der Hompage zu informieren, wann und wo das nächste Konzert stattfindet um sich rechtzeitig Karten zu sichern.

Der Samstag stand bei uns im Zeichen der Erholung: Auschlafen, frühstücken, reden. Bernd wollte noch mal in die City und sich neu mit Jeans und Hemden eindecken. Frank bereitete sich währenddessen auf den Auftritt mit seinem Chor am Abend vor.

Am späten Nachmittag fuhren wir gemeinsam zur Markthalle. Frank musste zu den Proben, Bernd und ich nahmen die Gelegenheit wahr, uns die Proben anzusehen bzw. anzuhören. Wir hatten bereits am Vortag gehört, dass dieser Abend ausverkauft ist. Da es keine nummerierte Plätze in der Markthalle gibt, bedeutet das frühes Erscheinen und Anstellen an der Einlasstür, wo wir bereits kurz vor 19.00 Uhr warteten – und das war auch gut so. Denn als um 19.30 Uhr die Türen geöffnet wurden, drängten sich Hunderte in den Saal. Nach wenigen Minuten waren tatsächlich alle Plätze besetzt.

Den Auftakt dieses Abends bildeteten die Philhomoniker aus München mit einem Aussschnitt aus ihrem Programm „Werbe-Wahn“. Leider waren die wackeren Sänger sehr schlecht zu verstehen, was einerseits an der schwierigen Akustik in der Markthalle liegt, anderseits wohl aber auch an mangelnder Artikulation. Denn selbst gesprochene Zwischensequenzen waren leider kaum zu verstehen.

Danach standen die Tollkirschen aus Leipzig mit ihrem Programm „(F)Lachbildschirm“ auf der Bühne. Evergreens, die Jeder kennt, der etwas Älter ist, wurden mit einem roten Faden rund um das Fernsehen verknüpft. U.a. Gerichtsshow, Sport und Sandmännchen waren Bestandteile dieses mit Spannung erwarteten Auftritts. Die angereisteten 9 Sänger des eh schon kleinen Chores und ihre musikalische Leiterin brauchten sich hinter den alteingessenen und wesentlich grösseren Chören ganz gewiss nicht zu verstecken.

Nach der Pause wurde die Aufführungsserie mit dem Auftritt von Schola Cantorosa beendet. Leider reichte die Performance nicht an die Hoffnungen vom Abend vorher heran. Auffallende Textschwächen, teilweise emotionslos gesungene Lieder aus den früheren Programmen, die seinerzeit immer das Gänsehautfeeling bei mir verusacht hatten, waren enttäuschend. Nun muss man dem Chor vielleicht zu Gute halten, dass von der Idee bis zur Aufführung nur 9 Monate vergangen sind. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei allen Chören um Hobbysänger handelt, die sich ein Mal in der Woche zur Probe treffen. Zum Vergleich: Die Kölner Zauberflöten haben weit mehr als 2 Jahre an ihrem Programm gefeilt, bevor sie es auf die Bühne brachten.

Den Abschluss der Aufführungen bildete eine von allen Chören gemeinsam vorgetragene Hymne, die von Sebastian de Domenico, dem langjährigen Pianisten von Schola Cantorosa und jetzigem musikalischen Leiter am Operettenhaus Hamburg, komponiert und getextet und dem Chor zum Geburtstag geschenkt wurde.

Gegen Mitternacht war es endlich so weit, dass die Aftershowparty beginnen konnte. In bewährter Manier legte DJ Holger einen guten Mix aus alten und neuen Hits auf, die die Gäste in Scharen auf die Tanzfläche strömen liessen.

Die Parties von Schola Cantarosa sind legendär, es herrscht immer eine tolle Stimmung, die dieses Mal von dem diesjähigen Zweitplatzierten des Eurovision Songcontest bereichert wurde: Sieben, Sieben Ai lyu lyu riss die Tänzer und Tänzerinnen zwei Mal in dieser Nacht zu wahren Zappelorgien hin. Sowas hat bisher nicht mal Madonna geschafft, die ja als schwule Ikone schlechthin gilt – was ich ganz und gar nicht verstehen kann.

Die Nacht endete für uns als wir um halb fünf Uhr morgens in den Schlaf fielen.

Am Sonntagmorgen brauchten wir für uns und unseren Gast nicht für Frühstück sorgen. Als Abschluss dieses Wochenendes hatte Schola Cantorosa für alle Teilnehmer ein Brunch arrangiert. „Halle 13“ – ein ehemaliges Bus- oder Bahndepot des Hamburger Nahverkehrrs, liegt in der Nähe des Stadtparks idyllisch an einem Alsterkanal. Hier gab es ein sehr gutes kaltes/warmes Buffet – und zwar reichlich. Ständig wurden neue Platten bereitgestellt.

Nachdem jeder Chor sein obligatorisches Abschiedständchen zum Besten gegeben hatte und die Dankesworte gesagt waren, war das Festival offiziell beendet. Der Bus der Kölner stand bereit, und brachte diese wieder in ihre Heimatstadt. Ein paar Grüppchen hatten sich noch zusammengefunden und tauschten ihre Eindrücke der vergangenen Tage aus.

Frank kam mit uns wieder nach Hause. Sein Flieger nach München ging erst abends um neun. Auch wir 3 liessen die vergangenen Tage noch mal Revue passieren bevor Bernd unser Familienmitglied aus München wieder zum Flughafen brachte.

Tage wie diese sind schön und auch schön anstrengend. Jeden Abend spät schlafen gehen und Tage angefüllt mit Aktivitäten fordern ihren Tribut. Wir hatten nur einen Gast, dem wir ein Bett zur Verfügung gestellt haben. Die Mitglieder von Schola Cantorosa hatten die Planung und Vorbereitung für diese Veranstaltung UND auch 1 – 2 Übernachtungsgäste von den Gastchören. Ich glaube, die sind alle ziemlich fertig. Und sie gönnen sich keine Pause: Heute Abend ist für Schola Cantoroas Probe angesetzt, d.h. Nachbereitung der vergangen Tage und ihres Auftritts.

Danke Schola Cantorosa für eure Mühe!

Gute Wohngegend

Mein Fräulein Mutter feierte gestern ihren 83. Geburtstag, zu dem sie in das Clubrestaurant des Lübecker Seglervereins eingeladen hatte. Das Clubhaus liegt natürlich am Wasser, nämlich an der Wakenitz, ein Flusslauf, der vom Ratzeburger See kommt und in die Trave fliesst. Im Raum Lübeck erweitert sich der Fluss zu einem See, und hier liegt das Clubhaus.

Gegenüber dem Seglerverein befindet sich Lübecks erste Wohngegend. Grosse Villen, die teilweise leider Neubauten mit Eigentumswohnungen zum Opfer gefallen sind, und Einfamilienhäuser wechseln sich ab. Natürlich reichen alle Grundstücke bis an das Wasser. Ein ehemaliger Ministerpräsident Schleswig-Holsteins hat hier auch gewohnt oder wohnt immer noch dort. Mir ist nicht bekannt, ob er dort noch sein Domizil hat.

Hier ein paar Eindrücke, die ich gestern Abend aufgenommen habe.

Während der nächsten Tage wird es hier nicht viel zu lesen geben. Heute Abend trifft unser Freund Frank aus München ein. Er tritt mit seinem Chor Philhomoniker im Rahmen eines schwulen Chorfestivals aus Anlass des 20-jährigen Bestehen des Hamburger schwulen Männerchores Schola Cantorosa hier in Hamburg auf. Frank reist am Sonntagabend wieder ab. In den Tagen dazwischen gibt es ein paar Aktivitäten mit den Chören. Ich habe am Freitag und um Montag Urlaub genommen. Am Montag werde ich hoffentlich einiges zu berichten haben.

Besuch

Seit ca. 4 Wochen steht an unserem Haus ein Gerüst. Die Balkons werden saniert. Die Arbeiten ruhen aus unerfindlichen Gründe seit einer Wochen.

Gestern, als ich für die Hasen einen Hackbällchenigel anfertigte, wuselte plötzlich etwas vor dem Küchenfenster. Ein Eichhörnchen hatte den Weg auf das Gerüst gefunden. Das Bild zeigt das niedliche Tier in unserem Haselstrauch, der derzeit auf dem Gerüst darauf wartet, wieder seinen Platz auf dem Balkon einzunehmen.

Grand-Prix-Nachlese

Der 52. Eurovision Songcontest ist Geschichte. Und Deutschland landete mal wieder weit abgeschlagen. Das kann man ganz bestimmt nicht unserem Interpreten Roger Cicero anlasten. Sein Auftritt war souverän und professionell – im Gegensatz zu einigen anderen „Künstlern“.

Mit dem Gewinnertitel aus Serbien kann ich nicht so viel anfangen. Da hätte mir Verka Serduchka aus der Ukraine mit „Dancing Lasha Tumbai“ schon eher zugesagt, auch wenn ich dem Titel in unserer privaten Abstimmung keinen Punkt gegeben habe. Wer nun sagt, das, was die Ukraine gebracht hat, sei Schwachsinn, sollte sich mal an die Auftritte von Stefan Raab und Guildo Horn erinnern, die seinerzeit mit ihrem Schwachsinn auf relativ guten Plätzen gelandet sind.

Auch wenn mir die Seilschaften zwischen den osteuropäischen und südosteuropäischen Ländern nicht gefallen, dergleichen hat es immer gegeben in diesem Wettbewerb. So haben sich – und sie machen uns noch heute – z.B. die skandinavischen Länder gegenseitig die höchsten Punke zugeschoben. In der Ecke Frankreich/Beligen/Holland ging es schon immer ähnlich zu.

Allein aus der Qualität eines Liedes und der Beliebtheit seines Interpreten auf eine mögliche Platzierung zu schliessen, wird immer unvorhersehbar bleiben solange das System der Abstimmung nicht geändert wird. Die aus der UDSSR und aus Jugoslawien hervorgegangenen Splitterstaaten haben das Abstimmungssystem in eine totale Schieflage gebracht, das so nicht länger hinnehmbar ist. Ich hoffe, dass die vier „Geldgeberteilnehmer“ eine Lösung finden und ihren Einfluss geltend machen, die Vorhersehbarkeit bei der Punkteverteilung in Zukunft zu vermeiden, auch was die alljährlichen 12 Punkte aus Deutschland für die Türkei betrifft.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns ganz herzlich bei den Hasen für den netten Abend bei leckerem Essen und Maibowle bedanken.