Weihnachtstradition 2. Teil

Traditionen ändern sich mit den persönlichen Lebensumständen, und so ist es auch bei mir. Als ich geheiratet hatte, beschlossen meine Frau und ich, den Heiligen Abend alleine zu feiern. Das war meinen Eltern zuerst zwar nicht recht, aber daran mussten sie sich gewöhnen. Sie waren ja auch nicht allein, hatten sie doch noch die Eltern meiner Mutter, mit denen sie den Abend verbringen konnten.

Meine Frau und ich machten uns jeweils einen gemütlichen Abend mit Fondue und Feuerzangenbowle. Um 23.00 Uhr gingen wir aus dem Haus zum Weihnachtsgottesdienst in der Marienkirche. Wir wohnten in Sicht- und Hörweite der Kirche und es waren nur wenige Minuten zu gehen. Man musste schon rechtzeitig dort sein um noch einen Sitzplatz zu ergattern. Es wurde immer so voll, dass viele Menschen in den Gängen stehen mussten. Und die Kirche ist wirklich gross.

Am 1. Weihnachtstag machten wir uns auf die Weihnachtsralley. Meine Frau stammt aus der Nähe von Schleswig. Sie wollten Weihnachten ja auch was von ihrer Tochter haben. Am 2. Weihnachtstag war dann das berühmte Familientreffen mit Gänsekeule bei Oma. Und wenn Weihnachten vorrüber war, hätte man gut und gern noch eine Woche Urlaub zur Erholung gebraucht.

Als Oma verstorben war, beschlossen ihre 3 Kinder (mein Vater, sein Bruder und seine Schwester), das traditionelle Treffen weiterzuführen, und zwar jährlich abwechselnd bei einem der Geschwister. Da seinerzeit noch alle im Berufsleben standen, einigte man sich darauf, das Treffen in die Vorweihnachtszeit zu legen. Somit war Weihnachten selbst für Alle etwas entspannter.

Die Tradtion änderte sich abermals, als Oliver geboren wurde. Fortan feierten wir den Heiligen Abend mit meinen Eltern und Grosseltern bei uns zu Hause. Statt Karpfen oder Fondue gab es ein reichhaltiges Räucherlachsessen. Ich sehe meine Grossmutter noch immer vor meinem Auge, wie sie sich es schmecken liess und gar nicht genug davon bekam.

Um die Weihnachtsralley weitgehend zu vermeiden, einigten wir uns mit meinen Schwiegereltern darauf, dass sie ein Jahr nach Lübeck kommen und wir im nächsten Jahr sie besuchen fahren. Auf diese Weise konnten Alle die freien Tage unbeschwert geniessen.

Wie es weiterging werde ich zum 3. Advent erzählen.

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