Ein Sommertag an der See


Heute waren wir bei Karin, Wolfang und ihrer Tochter Nina zum Segeln nach Travemünde eingeladen. Sobald wir an Bord waren hiess es „Leinen los“ und es ging hinaus auf die Lübecker Bucht. Kurz nach dem wir die Mole passiert hatten wurden die Segel gehisst und der Motor abgestellt. Eine wunderbare Ruhe machte sich breit. Mangels gutem Segelwind dümpelten wir auf der Ostsee. Das Log zeigte eine maximale Geschwindigkeit von 3,2 Knoten an, es kam aber auch vor, dass auf der Anzeige 0,0 Stand – es herrsche mehr oder weniger Flaute. Dazu brannte die Sonne vom Himmel. Trotzdem war die Stimmung an Bord gut, hatten wir uns doch wieder viel zu erzählen.

Nach etwa drei Stunden hatte der Kapt’n die Nase voll von der Dümpelei, holte die Segel ein und nahm Kurs auf den Hafen. War auf See noch ab und zu ein leichter Windhauch zu spüren, lagen wir im Hafen total geschützt und es war nur noch warm, was selbst für mich, der ich die Sonne recht gut vertragen kann, schon recht unangenehm war.

Hitze soll ja gegen Hitze gut sein, und so kochte Karin alsbald Kaffee, zu dem es lecker Erdbeertorte gab. Die Gute hatte gleich zwei Torten gemacht (sie kennt mich wohl auch sehr gut).

Während wir unseren Kaffee schlürften, kam eine Entenmutter mit ihren noch recht jungen Küken angschwommen. Auf einem der beiden Heckpfähle, an dem die Yacht vertäut war, liess sich eine Möwe nieder und beäugte unsere Kaffeetafel. Tiere zu beobachten ist immer eine Freude, besonders wenn sie fast zum Greifen nahe sind.

Nach dem Kafeetrinken hielt mich nichts mehr an meinem Platz und ich musste mit Bernd die Umgebung an Land erkunden. In Travemünde habe ich auf der Yacht meiner Eltern viele Sommer meiner Kindheit verbracht, eine Zeit, die mein Leben geprägt hat. Ich musste nun sehen, ob sich in der näheren Umgebung des Yachthafens was verändert hat. Ausserdem hoffte ich, am Strand eine kleine Brise vom Seewind zu erhaschen, der den geschützten Passat-Hafen nicht erreichte.

Wir machten einen kleien Rundgang bis zum Strand, wo es aufgrund von angeschwemmtem und vor sich hinmodernden Seetangs ziemlich unangenehm roch. Aber hier wehte tatsächlich eine kleine Brise wie ich vermutet hatte. Auf dem Rückweg begegnete uns eine Frachtfähre auf dem Weg von Lübeck nach Finnland. Der ehemalige Frachtsegler „Passat“ lag majestätisch in der Nachmittagssonne vertäut.

Zurück an Bord waren Karin und Nina schon mit den Vorbereitungen für das Abendessen beschäftigt – Seeluft macht bekanntlich hungrig. Und Hunger war auch dringend erforderlich, um von allen Leckereien zu probieren, was uns aber nicht gelang – so üppig war der Abendbrottisch gedeckt. Besonders die umfangreiche Käseplatte sorgte bei uns für Entzücken.

Bald danach machten wir uns auf den Heimweg nach Hamburg. Der Wochenendrückreiseverkehr von der Ostsee war schon weitgehenst vorbei und so erreichten wir unser Zuhause nach einem wunderschönen Tag ohne Störungen.

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