Blogfaking

Am 4. Februar veröffentlichte ich einen Beitrag über ein gerade entdecktes neues Weblog eines jungen Mannes, seines zeichens Mormone, schwul und Amerikaner. Seine Beiträge sprühten eine gewisse Frische aus, es war eine Freude, darin zu lesen. Nun stellt sich heraus, dass alles gar nicht wahr ist. Inzwischen ist das Blog auch vom Netz. Deshalb hab ich den Link im oben erwähnten Beitrag und in meiner Linkleiste gelöscht.

Wenn ich ganz ehrlich bin, kam mir irgendwann der Gedanke, ob es nicht ein Fake ist. Ein junger Amerikaner mit einer derart ausgwählten Wortwahl – selbst wenn er zweisprachig aufgewachsen ist, wie „Aaron“ von sich behauptet hat, ist eine derart perfekte Wortwahl kaum möglich. Aber man weiss ja nie. Nun könnte man natürlich sagen: Ja, jetzt im Nachhinein kann man solche Behauptungen über seine Gedanken ja aufstellen. Ja gut, ihr könnt es glauben oder auch nicht, aber es war so.

Während ich weiter im Weblog des „Aaron“ las – was ich übirgens sehr gerne tat -, kamen mir immer mehr Zweifel, ob das alles so richtig ist, was da zu lesen steht. Wie es scheint, waren meine Zweifel berechtigt.

Es ist dies übrigens nicht der erste Fall von Blogfaking, der mich – und einige andere Blogger – in den letzten Jahren getäuscht hat. Allerdings flog die Sache nicht nach so kurzer Zeit auf. Der Wirbel war gross, als die Sache ans Tageslicht kam und wir waren enttäuscht, hatten einige von uns (mich eingschlossen) ein recht persönliches Verhältnis aufgebaut, ohne uns jemals im richtigen Leben getroffen zu haben.

Ob „Aaron“ und „er“ von damals Einzelfälle sind, können die meisten doch gar nicht absehen. Es ist doch so, dass wir uns alle gar nicht persölich kennen. Ich hab mich bisher nur mit zwei Bloggern persönlich treffen können. Wir können immer wieder einem Faker begegnen, ohne es zu merken.

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