Archiv für den Monat: Juni 2005

Der letzte Urlaubstag

Der letzte Urlaubstag war etwas negativ: Ich wollte im Baumarkt neues Befestigungsmaterial für die Schiene des Insektenschutzes der Balkontür kaufen – gibt’s aber nicht. Entweder man kauft ein komplett neues Set oder man nimmt beidseitigklebendes Klebeband. Das hab ich schon versucht, hat aber nicht gehalten. Wahrscheinlich ist das Originalklebeband haltbarer. Nun denn, dann wird eben genagelt. Ich kauf doch für 1-1/2 Sommer, die wir noch in dieser Wohnung sind, kein neues Set.
Von Harburg ist ist es nicht weit nach Buxtehude, da wo die Hunde mit dem Schwanz bellen und sich Hase und Igel ein rennen geliefert haben. In der Hasenbude fand ich nämlich einen Link zu einem Geschäft, das mediterrane Möbel, Acessoires, Weine und andere Dinge im Sortiment anbietet. Wer mich kennt weiss, dass ich ein Faible für alles mediterrane habe. Und die Homepage sah sehr vielversprechend aus. Ich war ganz sicher, dass ich da was kaufen würde.

Ganz in der Nähe des Geschäfts fanden wir einen Parkplatz und begannen mit der Suche nach dem Laden. Wir fragten eine junge Frau, die uns dann leider gleich erklärte, dass der Laden wohl nicht mehr existiert. Aber dort gleich um die Ecke, an der Wasserseite, sollten wir mal schauen. Tatsächlich war dort der Laden, aber wie uns schon gesagt wurde, war er leer. Offensichtlich noch nicht allzu lange, denn eine andere Dame stand ebenfalls vor verschlossener Tür. Sie fand es sehr schade, dass die Traumschlosserei, so der ehemalige Name des gesuchten Geschäfts, nicht mehr exestiert. Wir machten noch einen kleinen Rundgang und machen uns dann auf den Heimweg, dieses Mal durch das Alte Land.

In Höhe des Airbus-Werks sahen wir voraus ein Flugzeug, das uns entgegenkommend, im Landeanflug war. Schnell wurde klar, dass es der „Beluga“, das Transportflugzeug für Airbussegmente war. Zufällig war gerade ein Parkplatz in der Nähe, auf dem wir anhalten konnten. Schnell lief ich über die Strasse und den Deich hinauf. Von dort hatte ich einen guten Blick auf die Landebahn und Teile des Werkes. Der Transporter war schon gelandet und rollte dem Ende der Bahn entgegen, wo er wendete um zum Werk zu fahren.

Bereits einige Male habe ich dieses Flugzeug in der Luft gesehen, aber noch nie war ich so nahe dran. Es ist schon ein gigantisches Teil. Faszinierend, das sowas überhaupt fliegen kann.

Durch Finkenwerder, dann über die Köhlbrandbrücke und zum Schluss durch die Lange Reihe fuhren wir heimwärts. Obwohl wir nicht das erledigen konnten, was wir geplant hatten, war diese Ausfahrt ein netter Urlaubsabschluss.

Wetterkapriolen


Bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und schwüler Wärme verliessen wir heute Morgen Hamburg, um von Travemünde aus mit Freunden zu segeln. Entsprechend dem Wetter waren wir nur leicht bekleidet und hatten auch keine Pullover eingepackt. Auf der Fahrt in Richtung Ostsee bemerkten wir einige sehr gefährlich aussehende Wolken und erste Zweifel kamen auf, ob es denn trocken bleiben würde.

In Travemünde hatte es sich dann endgültig zugezogen und es wehte ein kühler Wind. Kurz nachdem wir die Segelyacht unser Freunde besichtigit und wir den Willkommensdrink geschluckt hatten, begann der Regen. Wenig später kamen noch Donner und Blitz hinzu. Der Segeltörn musste erstmal ausfallen.

Na, wir hatten uns genug zu erzählen, so wurde es nicht langweilig. Dann gab es Erdbeertörtchen und da wir alle Törtchen vernascht hatten, hörte der Regen auch wieder auf. Schnell wurde seeklar gemacht.

Von unseren Gastgebern bekamen wir attraktive rote Jacken gegen die Kälte und los ging es. Zuerst kurz auf die Ostsee, dann durch den Hafen in die Pötenitzer Wiek, eine Bucht der Trave. Dort konnten wir endlich segeln. Es kam dann sogar noch die Sonne durch.

Zurück am Liegeplatz deckten Karin und Nina einen reichhaltigen Tisch zum Abendessen. Es schmeckte vorzüglich. Wieder Jeder weiss, macht es hungring, wenn man sich den ganzen Tag an der frischen Luft aufhält, und Seeluft macht besonders hungrig. Deshalb griffen wir beherzt und ohne Hemmungen zu.

Inzwischen war der Himmel total aufgeklart. In der Abendsonne konnten wir noch lange draussen sitzen und den schönen Tag langsam ausklingen lassen.

Auf dem Balkon bei Musik und Tang

Seit Wochen hatten wir die Karten für die heutige Aufführung in der Hamburger Staatsoper des Ballets „Romeo und Julia“ von John Neumeier und der Musik von Sergej Prokovjew, die Wiederaufnahme einer Inszenierung aus dem Jahr 1974. So richtig Lust, heute Abend ins Theater zu gehen, hatten wir bei dem Wetter nicht. Zum Glück hatten wir die Karten ja schon, sonst wären wir sicher zu Hause geblieben und eine phantastische Aufführung wäre uns entgangen.

Entgegen unseren Erwartungen war der Zuschauerraum angenehm temperiert, selbst auf dem Balkon im 2. Rang, wo wir unsere Plätze hatten. Die besseren Plätze waren bereits ausgebucht, als wir uns entschieden hatten, diese Auffühung anzusehen.

Ich schau mir ein Ballett sehr gerne an, doch ist es für mich immer sehr ungewohnt wenn sich der Vorhang öffnet. Ich erwarte dann, dass einer der Darsteller zu singen beginn. So auch hier: Der Vorhang geht auf, Romeo liegt schlafend unter einem Balkon, auf der Bühne erscheint Bruder Lorenzo. Da er nicht tanzt sondern geht erwartete ich, dass er zu singen anfängt. Natürlich tut er das nicht sondern macht die Bewegungen und Gesten, die ihm zugedacht sind. Nach wenigen Augenblicken war ich dann auch daran gewöhnt, dass hier Niemand singen würde.

Die Musik von Sergej Prokofjew enthält wenig Melodien, die einem im Gehör hängen bleiben. Es gibt nur wenig Stücke, die melodisch sind. Teilweise ist die Musik sehr fein und filigran, dann wieder sehr bombastisch. Besonders eindrucksvoll war die Ballszene im Haus Capulet zu einer grandiosen Musik. Dieses Stück wurde übrigens von Bernd für das letzte Programm von Schola Cantorosa „Piraten“ eingebracht. Es wurde ein Text dazu geschrieben und für vierstimmigen Chorgesang neu gesetzt.

Faszinierend, ja beinahe bizarr, fand ich den Ausdruck von Julias Mutter, Gräfin Capulet. Die Haltung ihre Arme und Hände, dazu ihr Gang, nein, das Schreiten, zog meinen Blick immer wieder an.

Ich hatte schon viel von John Neumeier und dem Hamburger Ballett gehört. Ich wusste, das soll gut sein, das soll toll sein. Ich hatte im Stadttheater Lübeck schon einige Ballettaufführungen gesehen, die mich alle begeistert haben. Aber was ich hier heute Abend gesehen habe war wirklich weltklasse. Dieser Perfektion, diese ausdrucksstarken Tänzer und Tänzerinnen – eine wahrlich grandiose Leistung. Jubel beim Schlussapplaus, besonders als John Neumeier selbst auf der Bühne erschien – berechtigt, mehr als berechtigt.

Auf unserem heimatlichen Balkon liessen wir beim Schein unserer Fackeln unter dem sommerlichen Sternenhimmel diesen wunderbaren Abend, zu dem wir eigentlich gar keine Lust hatten, ausklingen.

Noch 6 Monate

Man mag ja mitten im Sommer kaum daran denken, aber es ist so: Heute in 6 Monaten ist Weihnachten! Und ich weiss auch schon ein Geschenk für meine Eltern. Man muss sich ja mal langsam Gedanken machen. Die Tage werden ja jetzt auch wieder kürzer. Und ehe wir uns versehen, wird die Weihnachtsdeko wieder hervorgekramt. Aber besser ist es, noch nicht daran zu denken. Aber was kann ich dagegen machen, wenn ich auf den Kalender schau und sehe, dass wir heute den 24. Juni haben, dass mir so früh schon Weihnachtsgeschenke einfallen? Manche Dinge müssen auch rechtzeitig organisiert werden.

Wetterprophet

Gestern sichtete ich zwei bis drei Möwen, die am blauen Himmel ihre Bahnen zogen. Hamburg liegt zwar am Wasser und unsere Wohnung liegt in der Nähe der Alster und ganz in der Nähe eines Teichs, dem Kuhmühlenteich, der ein Ausläufer der Alster ist. Trotzdem sind Möwen hier eher selten. Eine Wetterregel besagt, dass Sturm in Aussicht ist, wenn Möwen ins Land ziehen.

Heute Nachmittag zogen ein paar weisse Wolken am Himmel auf, deren Aussehen ebenfalls ein untrügliches Zeichen für einen bevorstehenden Sturm sind. Der Sturm kommt sicher nicht heute, morgen wohl auch nicht, aber ich vermute, dass wir übermorgen einen kräftigen Wind bekommen werden.

In Familie

Meine Mutter hatte Pfingsten ihren 81. Geburtstag. Da Pfingsten erfahrungsgemäss alle ihre Freunde keine Zeit haben, sind meine Eltern also selbst verreist. Mutters Geburtstag fiel aus, aber er sollte bei einem Essen im kleinen Kreis nachgeholt werden. Kleiner Kreis bedeutet: Oliver und Melli, Bernd und ich und natürlich meine Eltern.

Mutter hatte ein paar Ideen, in welchem Restaurant wir uns treffen sollten. „Friedrich’s Ruh“ in Niendorf/Ostee – eine gute Wahl. Aber praktisch wie Mütter sind meinte sie, dass es dort ein Parkplatzproblem geben würde. Sie hatte noch einige andere Vorschläge, doch ich konnte heraushören, dass ihr alles nicht so recht behagte. Schliesslich akzeptierte sie meinen Vorschlag, ein Restaurant in Kreuzkamp am Hemmelsdorfer See zwischen Lübeck und der Ostsee. Dort liess sie für uns 6 einen Tisch reservieren.

Das herrliche, wenn auch etwas frische Sommerwetter, verlockte zum offen fahren. Zuerst über die A1 in Richtung Lübeck und an Lübeck vorbei bis zum Ende, dann ein kurzes Stück über die B75 und dann ein paar Kilometer über eine nicht sehr gut ausgebaute Strasse durch Wald und Wiesen nach Kreuzkamp.

Nach dem Essen versorgten Bernd und ich uns ein paar Kilometer weiter in Richtung Ostsee in einem Hofladen für mit den Zutaten für das morgige Essen: Spargel, Schinken, Kartoffeln und Erdbeeren. Als kleien „Blumenstrauss“ für das noch stattzufindende Kaffeetrinken bei meinen Eltern erstanden wir ein Glas Weingelee.

Auf der Fahrt zu meinen Eltern passierten wir die Herrenbrücke, 1964 bei der Inbetriebnahme die grösste Klappbrücke Europas. Sie ersetzte eine 1902 erbaute Drehbrücke, die dem erhöhten Verkehrsaufkommen zu Lande und zu Wasser nicht mehr gewachsen war. Immerhin hat die alte Brücke 60 Jahre gehalten, was man von der neuen Brücke nicht behaupten kann. Inzwischen ist sie so morsch geworden, dass Fahrzeuge auf der Rampe nicht mehr halten dürfen, wenn die Brücke für den Schiffsverkehr geöffnet wird. Anfang August wird ein Tunnel eingeweiht, der die Brücke ersetzt. Wartezeiten für den Autoverkehr wird es dann nicht mehr geben.

Viele Jahre bin ich täglich über die „neue“ Brücke gefahren, um ins Büro und wieder nach Hause zu kommen. Es war jetzt wohl das letzte Mal, dass ich diese Brücke passiert habe. Sie war stets ein Ärgerniss, aber irgendwie gehörte sie zu Lübeck dazu. Statt einer Herrenbrücke wird es also demnächst einen Herrentunnel geben.

Mutter hatte den Kaffetisch auf dem Balkon gedeckt. Im Schatten von Markise und Sonnenschirm gab es leckere Erdbeertorte mit Sahne. Hmmmmm.

Bevor der Rückreiseverkehr von der Ostsee einsetzte, machten wir uns auf dem Heimweg. Die Sonne schien und der Fahrtwind wehte uns um die Nase – herrlich!

Richtig hingehört?

Angela, die Kanzlerinkanditatin, hat ja schon immer ihren Senf zu diversen Themen vor Kameras und Mikrofonen dazugegeben. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass sie bislang mit einem leichten „Ossi“-Akzent sprach, also kein reines Hochdeutsch. Seit neuestem scheint das anders zu sein. Ich habe sie zwar in den letzten Tagen nicht so häufig im TV gesehen und gehört, aber wenn ich sie gehört habe schien es, dass sie jetzt hochdeutsch spricht. Hat sie einen Deutschkurs gemacht? Ich werde das weiter beobachten.

Gold wert

Wer schon Mal gegrillt hat weiss, dass das Säubern der Gerätschaften meist zeitraubend und anstrengend ist. Besonders das Grillrost bedarf einer besonders intensiven Reinigung, die einen manchmal verzweifeln lässt.

Dank Jemako war es heute ein Kinderspiel, den Grillrost und den Grill zu reinigen. Der „Reinigungsschwamm blau“ für sich ist schon ein kleines Kraftpaket, dass die gröbsten angetrockneten Reste weitgehenst entfernt. Mit dem Schwamm kommt man auch ganz bequem zwischen die einzelnen Stangen. In Verbindung mit dem Jemako Kraftreiniger ging das säubern fast von selbst. Alle fettigen Rückstände waren schnell spurlos verschwunden. In kurzer Zeit war der ganze Grill wieder sauber.

Auch wenn die Jemako-Produkte nicht unbeding preiswert sind, sind sie ihr Geld allemal wert. Und haltbar sind sie noch dazu. Ich liebe Jemako!

Ich wollte nur zum HNO

Die jähriche Ohrenspülung war mal wieder fällig. Ich hatte einen Termin für heute 10.00 Uhr. Ob des tollen Sommerwetters hatte ich keine Lust, zum Arzt zu gehen. Das Auto machte mir die Sache leichter: schön offen in die Stadt fahren und nach dem Arztbesuch noch Grillfleisch für heute Abend kaufen. Und schon war ich unterwegs.

20 Minuten vor dem vereinbarten Termin sass ich im Wartezimmer. Man will ja schliesslich – wenn möglich – pünktlich drankommen. Um 10.15 Uhr wurde ich langsam etwas nervös, wollte ich doch bei dem tollen Wetter nicht stundenlang beim Arzt warten. Es wurde 10.20 Uhr, eine Karrenzzeit, die ich jedem Arzt zugestehe. 10 Minuten später hätte ich mich beschwert. Soweit sollte es aber nicht kommen. Ich wurde aufgerufen. 5 Minuten später waren meine Ohren wieder sauber.

Schnell ging es zu Karstadt in die Lebensmittelabteilung. An der Fleischtheke holte ich Grillfleisch, in der Gemüsabteilung ein paar Zutaten für das Essen, dass für morgen geplant ist. Natürlich konnte ich an der Käsetheke nicht vorbeigehen, ohne was gekauft zu haben, nämlich einen Ziegenkäse in Rotwein gereift.

2 Euro hatte der Aufenthalt im Parkhaus gekostet – und weiter ging es zum Einkaufszentrum Hamburger Strasse. Dort musste ich die Patronen für den Wassersprudler tauschen.

Wenn ich im Einkaufszentrum bin, komme ich meistens reichlich bepackt wieder raus, so auch heute. Ein Topf Lavendel für den Balkon, ein paar sportliche Sommerschuhe und eine Vorratsdose von Tupper mussten zusätzlich im Wagen verstaut werden. Es ist übrigens das erste Tupperteil in diesem Haushalt.

Und ich wollte nur zum Arzt. Lass mich nie alleine los, dann wird es meistens teurer als gedacht.