Archiv für den Monat: Dezember 2004

Unverständlich

Heute wurde in der Mopo ein Bild veröffentlicht, dass mehrere Urlauber zeigt, die inmitten des durch die Flut angerichteten Chaos am Strand von Phuket ein Sonnenbad nehmen. Es ist einfach unglaublich. Wahrscheinich reklamieren sie nach ihrer Rückkehr in die Heimat auch noch den Reisepreis. Die Zeitung berichtet von anderen Touristen, die zwischen den Leichen am Strand entlang spazieren und meinen, das ganze sei ja gar nicht so schlimm und wird nur von den Medien so aufgebauscht.

Ich weiss nicht, was diese Menschen – ja, es sind wirklich Menschen – zu ihrer Denk- und Verhaltensweise veranlasst. Sie sollten besser das Land verlassen und den Einheimischen durch ihren Aufenthalt nicht zur Last fallen, die haben nämlich weit Wichtegeres zu tun als sich um Touristen zu kümmern.

Seebeben

Die Anzahl der Toten steigt ständig. Es ist wohl im Moment noch nicht abzusehen, wie viele es letztendlich werden. Viele werden vermisst bleiben, was sicher für die Angehörigen noch schlimmer ist.

In unserem Bürohaus befindet sich das Thailändische Konsulat. Eben komme ich von der Mittagspause zurück und sehe auf dem Dach die Thailändische Flagge und unsere Reedereiflagge als Zeichen der Trauer und der Anteilnahme auf Halbmast wehen. Ich bekam eine Gänsehaut als ich es sah.

Und hier in Hamburg sieht alles so friedlich aus. Blauer Himmel, die Sonne scheint, an der Alster sassen einige Passanten in der Sonne. Man kann kaum glauben, dass es in einem anderen Teil der Erde so viel Leid gibt.

Flaute

Es war fast nichts los heute in der Firma. Obwohl ich alleine in der Abteilung war, hatte ich bis heute Mittag alle anfallenden Arbeiten erledigt. Nur hier und da waren ab und zu noch ein paar Kleinigkeiten zu tun. Die Zeitung hatte ich auch schon 3 Mal vor- und rückwärts gelesen. Wat nu? Ich loggte mich bei ICQ ein in der Hoffnung, dass da jemand online ist, mit dem man chatten kann. Es war genau 14:01:31 als ich Holger ansprach. Tja, und dann haben wir fast 3 Stunden lang gechattet – ohne natürlich nicht die kleinen anfallenden Arbeiten zu vergessen. Hoffentlich haben wir uns am Freitag noch was zu erzählen.

Zuviel des Guten


Nichts geht mehr – und wir haben nicht mal alles von dieser leckeren Putenbrust aufgegessen. Magreth hat sie wieder sehr gut hinbekommen. Dazu gab es Rotkohl und Kartoffeln, zum Nachtisch Mousse au Chcolate. Torte hatte sie auch noch und zum Abendessen hatte sie auch eingekauft. Kaffee haben wir noch getrunken – ohne Torte, und das will was heissen bei mir. Wer mich kennt weiss, dass ich keine Gelegenheit auslasse, Kuchen bzw. Torte zu essen. Aber wir haben 3 Stückchen mitbekommen. Heute ess ich davon aber nichts mehr, die sind für morgen ….. – vielleicht.

Weihnachtsgedicht

von Loriot:

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis‘ herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den tunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
Drum kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh‘
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie – direkt von vorn –
den Gatten über Kimm‘ und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmannssitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt darauf – es geht auf vier –
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt’s von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist’s, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runden macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten.
„He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?“

Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau ist schon bereit:
„Die sechs Pakete, heilger Mann,
’s ist alles, was ich geben kann.“

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt – es ist Advent!

Geschafft

Nun haben wir es wieder geschafft. Der Tag, dem wir wochenlang entgegenfierberten, ist vorbei. Die Geschenke sind verteilt. Meine Eltern und Bernds Mutter haben sich wieder wohlgefühlt und es genossen, verwöhnt zu werden. Es bereitet uns dann auch Freude, sie zu verwöhnen. Nur das Chaos in der Küche danach bereitet keine Freude. Aber das gehört nun mal dazu. Und inzwischen ist es auch vergessen. Was bleibt ist die Erinnerung an schöne Stunden.


Chaos

Aus Unkenntnis und/oder fehlerhafter Bedienung ist in meinem Weblog einiges durcheinander geraten. Ich bitte meine Leser um etwas Geduld. Ich hoffe, dass mein Administrator die Sache heute Abend wieder in Ordnung bringen kann.

Tradition

Die diesjährige traditionelle Familienweihnachtsfeier wurde von meinen Eltern ausgerichtet. Wir trafen uns am Nachmittag zu Glögg und Gebäck. Die Männer begutachteten jeweils die neuesten technischen Spielzeuge der anderen, nämlich die Digicams. Leider hatte ich meine vergessen. Oliver hat die Bilder für diesen Eintrag zur Verfügung gestellt. Entgegen dem Trend, sich gegenseitig keine Weihnachtsgeschenke zu machen, steht dieses Thema bei uns gar nicht zur Diskussion. Es wird geschenkt auf Teufel komm raus, und wenn es nur Kleinigkeiten sind. Das Austauschen der Geschenke und das damit verbundene Auspacken, Berge von Papier, sich freuen, lachen, sich bedanken, umarmen – das ist ein grosser Teil dessen, was diese Familienfeier ausmacht. Und so drängelte Cousine Andrea schon recht schnell: Wann ist endlich Bescherung? Und schon beginnt in jedem Jahr die Diskussion aufs Neue: Vor oder nach dem Essen? Wir entschieden uns für vor dem Essen. In diesem Moment fiel Melli ein, dass sie zu Hause ein Geschenk vergessen hatte. Und schon machte sie sich auf den Weg. Kurzfristig wurde mit dem Essen umdisponiert: Wir essen wenn Melli wieder da ist und machen dann Bescherung. Meine Mutter hatte ein leckeres Hirschgulasch zubereitet. Dazu gab es Spätzle und zum Nachtisch Eis. Das Essen zog sich hin und Andrea wurde immer ungeduldiger: Wann ist endlich Bescherung? So spät haben wir das noch nie gemacht! Endlich ging es los. Taschen, Kartons und Körbe, die im Treppenhaus auf Warteposition deponiert waren,


wurden in die Stube gestellt und jeder verteilte an jeden Geschenke. Das Rascheln des Papiers erfüllte den Raum. Alle waren am auspacken und freuten sich über das, was sie bekommen hatten und darüber, wie die anderen sich freuten, dass man sich freute.

Teilweise waren Erklärungen notwendig: Was ist denn dies und wofür ist das? Wie macht man denn Nudeln selbst? Und dann der nächste Schock für Melli: Sie hatte noch ein Geschenk vergessen. Da unsere Tante Anstalten machte, bald nach Hause zu wollen (sie ist immerhin 92 Jahre alt), erklärten Oliver und Melli sich bereit, sie nach Hause zu fahren. Auf dem Rückweg würden sie das vergessene Geschenk mitbringen, das ausgerechnet für Andrea bestimmt war. Gegen Mitternacht war dieses schöne Fest zu Ende, nicht ohne vorher den Termin für das Familientreffen im nächsten Jahr festzulegen: Am 17. Dezember 2005 wird Andrea das Treffen ausrichten.