Archiv für den Monat: November 2004

Glögifest

Am Samstag vor dem 1. Advent, wenn Menschenmassen in Kaufhäuser, Einkaufspassagen und Läden einfallen, um ihr Weihnachtsgeld – so sie denn welches erhalten haben – für Weihnachtsgeschenke auszugeben, wird bei Gitta und Jimmy das traditionelle Glögifest gefeiert. Bernd und ich hatten in diesem Jahr die Ehre, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu dürfen. In Anbetracht des zu erwartenden Konsums von Glögi (eine Punschart) durften wir bei Holger und Gunnar übernachten.

Am Beginn des Abends sevierte Gitta uns ein opulentes Menue, dessen Gänge aus Kartoffeln zubereitet waren. Einzig im Nachtisch waren Äpfel enthalten, die ja auch im weitesten Sinn an Kartoffeln erinnern. Holger hatte zwar in seiner Einladug von einem Snack gesprochen, der gereicht werden würde. Die Vorspeise – selbtsgemachte Kartoffelchips – gingen ja auch in diese Richtung. Als zum Chipsnack aber bereits Rotwein gereicht wurde, hatte ich dann doch meine Bedenken, ob das auch eine ausreichende Grundlage für den weiteren Verlauf des Abends sein würde und ich sah mich bereits in einem jämmerlichen Zustand aufgrund von übermässigem Alkoholgenuss den nächsten Tag erleben. Die folgenden Gänge beruhigten mich dann und ich griff auch beherzt zu.

Nachdem der letzte Grappa getrunken war machten wir uns winterfest und bevölkerten den Garten, in dem wir im Sommer noch die Hasenhochzeit gefeiert hatten. Hoch am Himmel stand der Mond und tauchte alles in ein fahles Licht. Der Glögi wurde ausgeschenkt – und dann erstrahlte der Garten im weihnachtlichen Glanz.





Das Glögifest entwickelte sich zu einer winterlichen Gartenparty. Eine Feuerstelle sorgte dafür, dass wir uns auch äusserlich wärmen konnten. Natürlich gab es auch wieder was zu essen, nämlich von Muffinkönig Holger dem 1. selbstgebackene pikante Muffins.

Im Verlauf der Nacht wurden wir darüber aufgeklärt, dass die ganze Dekoration von Jimmy selbst hergestellt worden ist. In jedem Jahr gibt es ein neues Teil. In diesem Jahr ist es ein Schneemann, der spontan Klaus-Bärbel getauft wurde.

Ich weiss nicht wie spät es war, bzw. wie früh – es war jedenfalls lange nach Mitternacht – als wir mit Holger und Gunnar den Heimweg antraten. Wäre es Sommer gewesen, wäre es bereits hell geworden. Bernd und ich nächtigten im Wohnzimmer auf einer Doppelbettluftmatratze, die dafür sorgte, dass wir in einen tiefen Schlaf fielen.

Unsere Gastgeber bereiteten uns heute morgen ein schönes Frühstück. Nachdem wir uns gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Hamburg. Daheim liessen wir den Sonntag faul ausklingen, waren wir doch ein wenig müde und unpässlich. Wir danken den Gastgebern, Köchen, Helfern und Handwerkern für diese schöne Nacht.

Lecker!

Gestern Abend waren Steffi und ich von Geschäftsfreunden zum Essen eingeladen. Die Gastgeber hatten sich für das „Cox“ in der Langen Reihe entschieden. Praktisch für Andreas, er wohnt seit kurzem beinahe gegenüber des Restaurants und praktisch auch für mich – ich habe von dort einen Heimweg von ca. 15 Minuten.

Die Menuekarte ist nicht sehr gross. Das lässt darauf schliessen, dass die Zutaten nicht zu alt sind und die Gerichte frisch zubereitet werden. Die Qualität war dann auch recht überzeugend und die Portionsgrössen machten satt ohne Völlegfühl – so wie es sein soll.

Interessant war die Vorspeise, die ich gewählt hatte: Marinierte Brust vom Weiderind mit Pilzen und Olivensorbet. Gespannt war ich auf das Olivensorbet. Eis von Oliven, das konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Aber probieren wollte ich es, ich bin ja experimentierfreudig. Und da ich Oliven mag, würde mir das Sorbet sicher auch schmecken. Ich wurde nicht enttäuscht. Olivensorbet kann ich sehr empfehlen.

Verwöhntag

Ab und zu muss man seine Eltern mal verwöhnen. Es ist nun nicht so, dass ein „Muss“ dahintersteht. Es ergab sich halt so.

So waren denn heute Bernds Mutter und meine Eltern bei uns zu Gast. Erst gab es Kaffee und Gebäck und später dann den leckeren Grünkohlauflauf – dazu ein leichter Weisswein. Es ist schön zu beobachten, wie sie die Eltern wohlfühlen, wie es ihnen schmeckt, wie sie es geniessen, verwöhnt zu werden.

Den nächsten Verwöhntag gibt es am 24. Dezember.

Ohrwurm!

Es ist nicht zu übersehen und jetzt auch nicht mehr zu überhören: Weihnachten ist nicht mehr weit.

Radio Hamburg hatte vor Wochen angekündigt, dass sie „Last Christmas“ spielen würden wenn ein Hörer den ersten Schnee meldet. In der vergangenen Nacht soll es passiert sein. 19 Minuten nach Mitternacht hat es irgendwo in Hamburg geschneit. Ein Hörer hat beim Sender angerufen und das erste Mal in diesem Winter wurde der Titel gespielt. Für Alle, die zu der Zeit geschlafen haben, wurde „Last Christmas“ heute Morgen wiederholt. Auf meinem Weg ins Büro hatte ich die Melodie im Ohr und wurde sie erst sehr viel später wieder los.

Meinetwegen könnte der Song jetzt jeden Tag gespielt werden – auch ohne Schnee.

Timex ist wieder da

Seit ein paar Wochen fällt mir Werbung für Timexuhren im Fernsehen auf. Vor Jahrzehnten, es muss so Ende der 60er gewesen sein, waren Timexuhren sehr populär. Ich erinnere mich noch an 2 Werbespots:

Eine Uhr wurde am unteren Ende, also kurz über dem Huf, eines Pferdebeines gebunden. Das Pferd galoppierte mit der Uhr duch Pfützen und Matsch und über Geröll. Die Uhr hat das natürlich alles überstanden.

Ähnlich war der andere Spot. Eine Timexuhr wurde am Reifen eines Wagens befestigt. Der Wagen hatte dann wohl den gleichen Weg wie das Pferd, nämlich durch Matsch und Geröll. Am Ziel angekommen wurde die Uhr vom Reifen entfernt und dem erstaunten Konsumenten wurde eine intakte Uhr präsentiert.

Ich selbst besass seinerzeit eine Timexuhr. Plötzlich gab sie ihren Geist auf und blieb einfach stehen. Und ich garantiere, ich bin nie auf Händen und Füssen mit ihr durch Matsch und Geröll gekrabbelt.

Ich brachte die Uhr zu Karstadt um sie reparieren zu lassen. Die hilfreiche Dame wollte den Reparaturauftrag ausfüllen und fragte mich, was denn mit der Uhr sei. Nun, woher sollte ich das wissen? Ich sagte ihr wörtlich: Die Uhr geht nicht mehr. Tja, und diese Diagnose schrieb sie auf den Reparaturschein: „Geht nicht mehr“. Die Uhr verschwand in einem kleinen Papiertütchen. Es war Sommerzeit und ich wurde darauf hingewiesen, dass im Werk Betriebsferien sind und es deshalb ein paar Wochen dauern wird bis die Uhr wieder da sei.

Nach einer angemessenen Zeit erschien ich wieder in der Uhrenabteilung und wollte die Uhr abholen. Das Tütchen war auch schon wieder eingetroffen. Die Mitarbeiterin öffnete es und zog als erstes mein metallenes Uhrenarmband heraus – ohne Uhr! Dann kam eine Uhr zum Vorschein mit einem Armband dran. Ich hatte von Timex eine neue Uhr bekommen. Und das Schönste daran war, dass es mich nichts gekostet hat.

Was aus der Uhr geworden ist weiss ich nicht mehr. Werbung von Timex habe ich auch jahrelang nicht gesehen. Ich war der Meinung, dass es diese Firma nicht mehr gibt. Um so erstaunter war ich, dass ich vor kurzem wieder Werbung für Timexuhren entdeckte.

Wozu …

… braucht der Mensch Toilettenpapier mit Weihnachtsduft? Charmin bietet dieses Produkt mit Zimt- und Apfelduft zur Zeit an. Was sollen wir damit?

Es ist möglich, dass das Papier bei der zugedachten Benutzung Duftspuren auf dem zu reinigen Objekt hinterlässt. Apfelduft – das verstehe ich ja noch. Passt er doch zu einer besonderen Form des Hinterns, nämlich dem Apfelhintern, und der kann durchaus sexy sein. Duft und Hintern passen dann zusammen, vorausgesetzt, man ist im Besitz der passenden Form. Es fragt sich dann nur, wer daran riechen soll. Ally McBeal hat das ja mal bei ihrer Jugendliebe Billy gemacht und später bei Jon Bon Jovi auf der Strasse.

Vielleicht verbreitet die Papierrolle auch angenehme Gerüche auf der Toilette und überdeckt dadurch die unangenehmen. Erspart man sich dadurch den Druck auf die Dose mit dem Luftreiniger?

Man könnte sich auch eine Kerze in den mit Weihnachtsduft frischgereinigten Allerwertesten stecken, ein paar Kugeln drumherum und etwas Lametta dazu – fertig ist der Designerweihnachtsbaum

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit wäre, das Papier um den Adventskranz zu wickeln oder im Weihnachtsbaum zu drapieren. Aber Achtung – Brandgefahr! Dann vielleicht doch lieber den Designerweihnachtsbaum.