Archiv für den Monat: November 2002

Loriot

Aids-Gala in der Deutschen Oper Berlin, moderiert von Loriot – immer ein besonderes Vergnügen. Diese Aufzeichnung wurde heute Abend auf 3sat ausgestrahlt. Ich lasse mir das nie entgehen, notfalls wird die Sendung auf Video aufgezeichnet.

Mit dem ihm eigenen Humor erklärt Loriot in wenigen Sätzen den Inhalt der Oper, aus der das nächste Stück zu hören sein wird. Ich – alleine zu Hause – hab teilweise Tränen gelacht.

Besonders beeindruckend war für mich der Auftritt des behinderten Sängers Thomas Quasthoff. Er hat mit seiner wunderbaren Stimme die Arie „An den Abendstern“ aus der Oper „Tannhäuser“ gesungen. Seine sehr auffällige Behinderung rückte vollkommen in den Hintergrund.

Dagegen war Montserrat Caballé mit ihrer Person sehr präsent auf der Bühne. Sie ist ja auch nicht zu übersehen. Ihre Stimme ist noch immer glockenrein aber ich hatte den Eindruck, sie hat an Kraft verloren. Kein Wunder bei den Massen, die sie schleppen muss. Der Anblick ihrer Hände war nicht sehr ästhetisch: wabbelig und wurstig! Trotzdem mag ich ihre fröhliche und unbekümmerte Art, die sie bei vielen Fernsehauftritten an den Tag gelegt hat.

Leider wird diese Sendung immer stark zusammengeschnitten. Beim Finale sind Künstler auf der Bühne, deren Auftritt nicht gesendet wurde. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Thomas Quasthoff, Montserrat Caballé und Agnes Balzar nur einen Auftritt bei so einer hochkarätigen Veranstaltung haben.

Wie in einem schlechten Film …

… muss es heute morgen auf den Strassen von Hamburg gewesen sein:
Irgendwo wurde ein Fussgänger von einem LKW überfahren. Der Fahrer hat nichts gemerkt und den Körper ca. 1 km weit mitgeschleift. Wir hörten davon heute morgen schon im Radio. Auf meinem Weg zur Arbeit wurde ich mehr oder weniger mit diesem schrecklichen Geschen konfrontiert: An einer Kreuzung war der Fussgängerüberweg abgesperrt, es war jedoch möglich, ein paar Meter weiter die Strasse zu überqueren. Ich stand also an der Ampel und wartete darauf, dass es grün wurde. Mein Blick fiel auf die Strasse vor mir (die Fahrspuren auf meiner Seite waren für Fahrzeuge gesperrt) und dort sah ich eine Blutspur und ein paar kleine blutige Klumpen. Es blieb mir nicht anderes übrig, als über diese Spur des Grauens hinwegzugehen. Wissend, um was für Reste es sich hier handelte, drehte sich mein Magen um. Ich musste ein paar Mal kräftig schlucken und tief durchatmen – dann hatte ich mich so weit im Griff, dass nichts weiter passiert ist.

Hier ein Bericht aus dem Onlinedienst der Mopo:
Leichenteile zwischen den Reifen

Bei der Kontrolle eines LKWs machten Hamburger Polizisten eine grausige Entdeckung

Heute, gegen 05.10 Uhr führten Polizeibeamte des Polizeikommissariates 11 an der Sechslingspforte, in Höhe der Alsterschwimmhalle eine Verkehrskontrolle durch. Den Beamten fiel dabei ein Sattelzug auf, weil zwischen den hinteren Zwillingsreifen des Fahrzeuges „etwas flatterte“.

Die Polizisten fuhren mit einem Funkstreifenwagen hinter dem LKW her, um diesen anzuhalten. An der Ecke Sechslingsporte/Schwanenwik musste der Sattelzug verkehrsbedingt anhalten. In diesem Moment fiel ein Torso auf die Fahrbahn.

Der 39-jährige Fahrer des Sattelzuges, der unter dem Eindruck des Geschehens steht, hat nach ersten Angaben von dem Unfallgeschehen nichts bemerkt. Eine Absuche der Polizeibeamten ergab, dass sich Leichenteile, Blutspuren und Kleidungsabrieb über eine Strecke von dem Anhalteort Schwanenwik/Sechslingspforte bis zum Steinhauer Damm/Wallstrasse zogen.

Neue Rechner

Bei uns in der Firma wurden heute endlich die neuen Rechner installiert. Sie standen ja schon eine Woche im Schrank, da aber unser Hauptserver so alt war, konnte die Festplatte nicht gespiegelt werden. Das musste jetzt mit Hilfe eines 3. Rechners gemacht werden.

Seit 10.00 Uhr konnten wir nicht mehr richtig arbeiten. Irgendwann nachmittags war es wieder möglich, Dokumente zu bearbeiten. Leider lief unser Kommunikationsprogramm noch nicht, und das ist unser wichtigstes Handwerkszeug. Sämtliche ein- und ausgehenden Faxe, Emails und Telexe werden damit verarbeitet. Erst morgen Vormittag kommen die Fachleute und versuchen, es wieder zum Laufen zu bringen.

Die PCs (von Compaq) haben ein – jedenfalls für mich – ungewohntes Design: Kleiner als Scanner, in den Farben Silber/Anthrazit – kein Teil, das unter dem Tisch versteckt werden muss. Wir haben es alle auf dem Schreibtisch stehen. Und die Dinger sind so leise, sie sind kaum zu hören, nur ein ganz leises Rauschen ist wahrnehmbar. Vielleicht können wir morgen damit auch wieder richtig arbeiten.

Peinlich peinlich

„Gold Gold Gold“ – so der Titel einer Veranstaltung in der neuen Color Line Arena in Hamburg heute Abend, live übertragen in der ARD. Die Idee an sich ist ja lobenswert: Fans übergeben ihrem Idol die Goldene Schallplatte. Die Fans mussten sich mit einem Video vorstellen, der Künstler musste sich von 3 Fans einen aussuchen, der ihm die Auszeichnung überreichen sollte. Es war wirklich sehr peinlich, was einige der Fans abgeliefert haben, um ihr Idol auf sich aufmerksam zu machen. Sind die sich eigentlich bewusst, welcher Spott sie in der Schule oder am Arbeitsplatz erwartet?

Peinlich war auch der Auftritt von Rod Stewart. Er verpasste seinen Einsatz und vergass zu singen bzw. so zu tun als würde er singen. Es ist ja allgemein bekannt, dass bei Fernsehshows nicht mehr live gesungen wird. Aber ein Künstler sollte in der Lage sein, diese Technik im Griff zu haben. Bei „Wetten dass“ ist ihm das auch schon passiert, es war nur nicht ganz so offensichtlich wie in dieser Show.

Ein Erledigungstag

Bernd muss heute arbeiten, von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, vielleicht auch länger. So habe ich diesen Tag für mich und die Dinge, die mal gemacht werden müssen und für das, was ich mir vorgenommen habe, als da wäre 1. Einkaufen. Wir gingen beide gleichzeitig aus dem Haus. Bernd nahm den Weg zur U-Bahn und ich nahm den Wagen. Wenn es sich machen lässt, lass ich den Wagen lieber stehen, aber je ein Karton Milch und Saft von Aldi sind schlecht zu tragen.

Bei Elke im Weinladen ist heute Weihnachtsmarkt. Da ich für meine Eltern dort noch eine Flasche Grappa zu Weihnachten kaufen wollte, ist das eine gute Gelegenheit mal zu schauen, was dort so los ist.

Schon von weitem sah ich Interessenten vor dem Laden stehen. Dort war ein Grill aufgestellt. Drinnen gab es Glühwein und Gebäck. Im Seminarraum auf der Empore stellten einige Damen ihre Waren aus. Besonders interessierte mich ein Stand mit Düften, erzeugt mit Ölen und Räucherstäbchen. Ich kaufte ein Packung „Christmas Night“. Die Dame zeigte mir noch eine Flasche „Air Spray“ der Duftnote „Zimt und Sterne“, basierend auf ätherischen Ölen. Ich war in Shoppinglaune, auch dieses Fläschchen liess ich einpacken. Nachdem ich bezahlt hatte fiel mein Blick auf eine Packung Badesalz. Ich zögerte erst, schnupperte dann aber doch an den verschiedenen Düften. Da Bernd und ich hin und wieder gerne mal ein Bad nehmen, kann man so etwas immer gebrauchen. Ich kaufte eine Packung mit der Duftnote „Montana“ aus Bergkräutern. Am Tombolastand kaufte ich 10 Lose und hatte dabei tatsächlich einen Gewinn: Ein Miniadventsgesteck.

Ich ging zurück zu Elke in den Laden. Sie hatte inzwischen die Flasche Grappa als Geschenk verpackt. Eine Flasche Rotwein für Sonntag brauchte ich auch noch. Elke liess mich eine Sorte probieren. Nach dem Preis fragte ich nicht – ich war ja in Shoppinglaune. Als ich bezahlte war ich doch angenehm überrascht, sie hat mir einen sehr guten Preis gemacht. Er lag unter dem offiziellen Verkaufspreis für den Grappa! Wir unterhielten uns noch eine Weile bevor ich mich auf den Heimweg machte.

Zu Hause wartete Punkt 3 auf mich: Den Weihnachtsschmuck am Balkon anbringen. Zum Glück war es trocken, verbunden mit einer angenehmen Temperatur. 3 Tannengirlanden von je 2 m Länge, 1 Lichterkette mit 80 Lämpchen und 24 rote Weihnachtskugeln befestigte ich am Geländer. Die Beleuchtung wird mit einer Schaltuhr geregelt. Wochentags wird sie morgens für eine Stunde eingeschaltet, für die Zeit vom Aufstehen bis 08.00 Uhr, dann ist es auch hell genug. Nachmittags schaltet die Uhr um 16.00 Uhr ein bis 23.00 Uhr. Samstags und Sonntags lassen wir die morgendliche Stunde ausfallen. Wir sind zwar Frühaufsteher, aber ganz so früh sind wir dann doch nicht auf.

Unter Punkt 4 mussten noch ein paar Arbeiten in der Wohnung erledigt werden, z.B. Staubsaugen, Staubwischen usw. Na ja, ihr kennt das ja.

Als alles erledigt war machte ich mir eine Tasse Espresso, dazu nahm ich ein Brownie. Ich zündete ein Räucherstäbchen an, legte eine CD ein (was klassisches) und machte es mir auf dem Sofa gemütlich. Zufrieden genoss den Anblick des beleuchteten Balkons.

Veränderungen

Unser Leben hat sich ein bisschen verändert seit Bernd Arbeit hat. Es sind vor allem die Abende, die sich etwas anders gestalten. Ich will es mal so ausdrücken: Wir kriechen etwas näher zusammen. Die Zeit, die wir gemeinsam verbringen, ist intensiver geworden. Es gibt z.B. mehr Kuschelabende vor dem Fernseher, die Onlinezeiten sind kürzer.

Weihnachtsstimmung?

Die Geschäfte in der Hamburger City sind jetzt alle voll auf Weihnachten eingestimmt: Überall ist es weihnachtlich geschmückt und beleuchtet. Auch der Weihnachtsmarkt ist aufgebaut. Und heute wurde der grosse Weihnachtsbaum auf der Binnenalster in seine Position eingeschwommen und erstrahlte das erste Mal, es ist wirklich ein schöner Anblick. Ich kann ihn von meinem Arbeitsplatz sehen. Aber die Weihnachtsstimmung bei mir lässt noch auf sich warten.

Ein porenreines Handy

Sonntag war Waschtag. Wir sortierten gemeinsam die Wäsche, Bernd brachte die erste Ladung, 40-Grad-Wäsche, zur Waschmaschine in den Keller. Nach ca. 1 Stunde wurde die Wäsche ausgetauscht. 60-Grad-Wäsche war dran. Bernd kam mit den Hemden aus dem Keller zurück und sagte: Wir haben mein Handy mitgewaschen! Macht aber nichts, ich wollte sowieso ein neues haben.

Gestern Abend hatte ich die Idee, das Handy doch mal einzuschalten, was Bernd dann auch versuchte. Es geschah aber nichts. Bernde meinte dann, dass wir mal versuchen sollten, den Akku aufzuladen. Ich schloss also das Handy an das Ladegerät an. Erstaunt bemerkte ich, dass die Ladeanzeige funktionierte.

Heute morgen dann der Überraschungseffekt: Das Handy (von Nokia) funktioniert, bei 40 Grad gewaschen, weichgespült und geschleudert!

Gedenktage

Volkstrauertag oder Totensonntag, ich weiss nicht, welcher Tag heute ist. Zum Gedenken brauche ich auch keine Gedenktage. Ich weiss noch, wann meine Grosseltern Geburtstag hatten. Es gibt viele Situationen, die mich an sie und andere liebe Menschen erinnern. Diese Erinnerungen sind mir viel mehr Wert als auf einem Gedenktag zum Friedhof zu gehen und dort hässliche Gestecke auf ein Grab zu legen.