Archiv für den Monat: Oktober 2002

Ein ruhiger Tag

Morgen ist in Hamburg Schiffsmakleressen, das grösste der Welt mit über 4.000 offiziellen Teilnehmern. Am Donnerstag ist Reisetag, dass heisst, in der Schifffahrtsbranche ist es schon sehr ruhig weil alle auf dem Weg nach Hamburg sind.

Der Tag vor dem Schiffsmakleressen wird von einigen Firmen genutzt um zu einem Treffen im kleinen Kreis einzuladen. Allerdings kann so ein Kreis schon mal aus ca. 150 Leuten bestehen. Ich war zu 2 solcher Veranstaltungen eingeladen. Da unsere Firma aber selbst so ein Treffen veranstaltet, konnte ich die Einladungen nicht annehmen.

Unser Kreis war wirklich klein: 12 Leute waren wir. Gegessen – und getrunken auch – haben wir in einem rustikalen, aber guten Restaurant in der Nähe unseres Büros. Der Wein war gut, zu gut. Das letzte Glas hätte ich eigentlich nicht trinken dürfen. Die kühle Luft auf meinem Heimweg tat gut, aber sie hat nicht viel geholfen. Mein Schatz servierte mir einen Cocktail aus ASS +C. Die Toilettenschüssel musste ich zum Glück nicht umarmen – gerade noch mal gutgegangen!

Es reicht

Yaccs scheint zur Zeit ziemliche Probleme zu haben. Heute Abend waren die Links in meinem Tagebuch zwar sichtbar, aber die neuen Kommentare konnte ich nicht lesen: Die Seite konnte nicht geöffnet werden. 10 Minuten später war die Kommentarfunktion gar nicht mehr da, genau wie gestern. Bei Ingrid sieht es genau so aus, Marcus hat sich schon beschwert, dass er seinen Senf nicht mehr loswerden kann. Ich werde mich nach einer anderen Lösung umsehen. Die Frage ist nur, ob ich mir die Arbeit mache bzw. ob es überhaupt möglich ist, die alten Kommentare in das neue System zu übernehmen.

Das war’s

Heute kam ein Brief des Vermieters bzw. Verwalters für den Stellplatz in der Tiefgarage. Da ich seine Bedingungen nicht akzeptiere soll ich die Unterlagen und den Schlüssel zurückschicken. Jetzt steht das Auto wieder draussen. Die Bäume sind fast entlaubt, also ist das Schlimmste überstanden. Kritisch wird es erst wieder nächstes Jahr im Sommer. Wir hoffen, dass wir bis dahin einen günstigeren Stellplatz mieten können.

Der Brief für die Rücksendung des Schlüssels und des Mietvertrages – der wird vorher noch fotokopiert – ist bereits geschrieben und wird morgen abgeschickt.

Auftritt in Münster I

Um 1030 Uhr trafen sich alle zum Brunch im „Luf“, direkt am Dortmund-Ems-Kanal und am Hafen von Münster. Ein orkanartiger Sturm wehte durch das Hafenbecken. Gischt wurde aufgewirbelt und wehte über das Wasser. Eine Möwe versuchte in den Wellen gegen den Wind zu schwimmen, sie verschwand rückwärts aus unserem Blick. Es war beeindruckend, der Kraft der Natur zuzusehen. Und es passte zu unserem Stück „Piraten“. Sie gehen mit ihrem Schiff unter (Es gibt aber ein Happyend).

Es wurde Zeit, zum Bahnhof aufzubrechen. In der Bahnhofshalle wurden Abschiedslieder gesungen. Über uns zeigte die Anzeigentafel für alle Züge Verspätungen an. Der Orkan und bestimmt auch „schlüpfrige Schienen“ waren die Gründe dafür. Die Wartezeit auf dem Bahnsteig wurde mit weiteren Liedern verkürzt. Ansage: „Der IC nach Hamburg fährt heute abweichend von Gleis 2!“ Menschenmassen machten sich auf den Weg von Gleis 12 nach Gleis 2. Planmässig 25 Minuten verspätet traf unser Zug ein und machte sich nach kurzem Stopp auf den Weg nach Hamburg mit Halt in Osnabrück und Bremen. Die Ansagen im Zug vor der jeweiligen Ankunft machte uns klar, dass es draussen ziemlich ungemütlich war. Unsere Verspätung betrug vor Bremen inzwischen 70 Minuten. Teile des Streckennetzes waren unterbrochen.

Um 17.45 Uhr waren wir endlich in Hamburg, 90 Minuten später als geplant. Nach einer kurzen Verabschiedung ging jeder seiner Wege. Wir waren froh, wieder zu Hause zu sein, besonders Bernd. Sein Auftritt gestern Abend war dem Genesungsprozess sicher nicht förderlich, er sah ziemlich mitgenommen aus und war entsprechend müde und abgespannt. Das Wochenende klang aus als Sofa-Kuschel-Fernsehabend – müde und zufrieden. Mein letzter Gedanke für dem Einschlafen: Morgen hast du noch frei!

Aufritt in Münster II

Unser erster Auswärtsauftritt mit dem Programm „Piraten“ fand an diesem Wochenende in Münster statt.

Bernd hat seit 2 Tagen eine Erkältung mit Halsschmerzen, heute morgen kommt noch ein Husten dazu. Er weiss noch nicht, ob er heute Abend auftreten kann. Ich packe alles mit ein, was unsere Hausapotheke hergibt.

Samstag Mittag Abfahrt mit dem Zug nach Münster. Mit einer Verspätung von 10 Minuten verlassen wir den Hamburger Hauptbahnhof. Die Fahrt verläuft eher ruhig, was wohl daran liegt, dass keine Sektflasche die Runde macht: Vor einem Auftritt herrscht absolutes Alkoholverbot! Ja, so ernst nehmen wir das. Bis Münster vergrössert sich die Verspätung auf ca. 30 Minuten, hervorgerufen durch „schlüpfrige Schienen“ (Originalton einer Durchsage auf dem Bahnhof in Münster). Es ist ja wohl klar, dass dieser Begriff uns das ganze Wochenende begleitete und der Anlass zu allerlei Albernheiten war.

Unsere Gastgeber, „Homophon – Erster schwuler Männerchor Münster“, hatten für das Konzert die Aula der Freien Waldorfschule Münster gemietet. Na ja, Aula ist ja wohl leicht untertrieben. Es ist fast schon ein kleines Theater mit einer Kapazität von ca. 500 Plätzen, ausgestattet mit einer grossen Bühne. Ein grosses, selbsterstelltes Buffet wartete auf uns zur Stärkung. Leider mussten wir uns vorerst zurückhalten: Mit vollem Magen zu singen und zu spielen kann sich auch negativ auf Leistung und Konzentration auswirken.

Es ist üblich, dass der jeweilige Gastchor – in diesem Fall also wir – den ersten Teil der Konzerte bestreitet. Heute Abend war es aber anders: Homophon feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen und hat sich „Schola Cantorosa“ zum Geburtstag geschenkt. Die Akteure wollten sich einen entspannten Abend machen und zuerst auftreten um sich danach an unserer
Darbietung zu erfreuen.

Da im Zuschauerraum nicht ausreichend Platz für uns vorhanden war, um das Programm unserer Gäste zu verfolgen, verbrachten wir die Zeit im Backstagebereich. So gab es genügend Zeit für unsere Jungs, sich in Ruhe umzuziehen und sich schminken zu lassen (Ja, einen Stuckateur haben wir auch!)
Bernd hat sich entschlossen aufzutreten.

Nach der Pause brachten wir „Die Piraten“ auf die Bühne. Ich war fast so nervös wie bei der Premiere im Juli. Zum Glück hatte ich Torsten an meiner Seite. Er ist neu im Chor und konnte deshalb noch nicht mit auftreten. Während ich mich auf die Toneinspielungen konzentrierte kümmerte sich Torsten um die Beleuchtung.

Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen, ging diese Vorstellung hervorragend über die Bühne. Langanhaltender Beifall belohnte unsere Sänger. Der Ruf nach Zugaben verhallte nicht unbeachtet. „Theater“ und „Divas“ aus unserem vorherigen Programm begeisterten das Publikum. Ein besonderes Lob verdient Dirk, unser Ersatzpianist. Er hatte nur 2 Proben Zeit, um sich auf uns und das Stück einzustellen. Bravo! Als er nach der Vorstellung in unsere Garderobe kam, wurde er mit dem Beifall der Truppe empfangen.

Unsere Gastgeber servierten Sekt und eine Geburtstagstorte. Als alle abgeschminkt und umgezogen waren, ging es zum „Ballhaus“ in die Stadt um dort die Geburtstagsparty zu feiern. Morgens um 0300 Uhr fielen wir müde ins Bett.

Menschen

Es hat wohl jeder schon mal erlebt: Auf unserem Weg zur Arbeit, den wir in den meisten Fällen täglich zur gleichen Zeit zurücklegen, begegnen uns Menschen die uns auffallen – positiv oder negativ – die uns auffallen in erster Linie durch Äusserlichkeiten. Jeden Tag sehen wir sie in etwa an der gleichen Stelle auf unserem Weg. Wir wissen nichts über sie, nicht Mal, ob sie uns auch bemerken. Manchmal sehen wir einen schüchternen Blick aus den Augenwinkeln, selten ein Lächeln und noch seltener wird ein Gruss ausgetauscht. Sie begleiten uns ein paar Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre. Sie tauchen auf aus dem Nichts und verschwinden eines Tages dort wieder, ohne dass es uns sofort auffällt. Bis uns irgendwann einfällt: Den oder Die hast Du ja schon lange nicht mehr gesehen. Wir kennen nicht den Grund, warum sie unseren Weg nicht mehr kreuzen. Vielleicht sind sie umgezogen oder sie haben ihren Arbeitsplatz gewechselt. Aber an manchen Tagen denken wir noch an sie.

Frust

Heute ist der Mietvertrag für den Garagenstellplatz gekommen. Die Bedingungen sind für uns völlig inakzeptabel: 3 Monatsmieten Kaution – 1 Monatsmiete Bearbeitungsgebühr – 1-jährige Laufzeit ohne vorheriges Kündigungsrecht – die Kaution wird nicht verzinst und ist bereits bei der Miete berücksichtigt. 70 Euro soll der Platz kosten, und da ist bereits eine Verzinsung enthalten? Also die sollen mal auf dem Teppich bleiben. Ich werde morgen erst Mal mit unserem Hausverwalter in Lübeck sprechen und fragen, ob das üblich ist. Wenn nicht, einen Brief hab ich in meiner ersten Wut schon Mal aufgesetzt. Notfalls zahle ich die Miete anteilig für die Zeit, in der das Auto in der Garage gestanden hat und schicke den Schlüssel zurück.

Übersinnlich?

Heute Nachmittag musste ich an einen sehr netten Geschäftsfreund denken, von dem ich mehrere Monate nichts gehört hatte. Gut, dass muss nichts bedeuten, ich bin nicht sein direkter Ansprechpartner bei uns in der Firma. Aber gelegentlich habe ich ein paar nette Worte mit ihm am Telefon gewechselt. Ich wollte Per fragen, was Jürgen macht, sobald er aus der Mittagspause wieder zurück sein würde.

Eine Stunde später rief Jürgen an! Ich war sehr überrascht und bekam eine leichte Gänsehaut. Ich erzählte ich ihm, dass ich gerade vorher an ihn gedacht hatte. Er war auch erstaunt über diese Sache. Wir unterhielten uns noch eine Weile über persönliche Dinge bevor er mir den Grund seines Anrufes nannte.

Was soll ich von dieser Begebenheit halten? Habe ich übersinnliche Kräfte oder war es nur Zufall?

Abgepasst

Ein Teil meiner Sommerblumen wird in der Wohnung überwintert: Das Wandelröschen, die Bougainvillia und ein Trieb der grossen Geranie von Samos. Da wir bereits Nachtfrost hatten, wurde es langsam Zeit, die Pflanzen winterfest zu machen, eine Arbeit, die ich nicht sehr gerne mache. Es hat etwas endgültiges, der Sommer ist unwiderruflich vorbei, auch wenn die Pflanzen noch in voller Pracht blühen. Meistens ist es auch schon sehr kalt, wenn ich mich endlich dazu entscheide, diesen Schritt zu machen.

Heute war ideales Wetter: Blauer Himmel und Sonnne – wenn ich nicht diese Arbeit hätte erledigen müssen, wäre es möglich gewesen, auf dem Balkon zu sitzen und einen Espresso zu trinken. Es war warm genug, in T-Shirt und kurzer Hose die Pflanzen zu beschneiden und umzutopfen. Genau in dem Moment als ich fertig war zogen Wolken auf. Die Sonne war weg und es wurde kalt. Zufrieden räumte ich den Balkon auf.

Jetzt stehen noch die Canna und die Mutterpflanze der Geranie draussen. Die Rhyzome der Canna sind im Pflanzkübel noch frostgeschützt, die Geranie ist so gross, dass ich sie nicht überwintern kann und wird entsorgt, wenn der Frost seine Spuren hinterlassen hat.

Millimeterarbeit

Seit Montag Abend steht mein Wagen in der Tiefgarage. 70 Euro sind ein stolzer Preis. Aber für das Auto bzw. für unser zukünftiges gemeinsames Auto ist es besser, als unter den Linden zu stehen – besonders im Sommer und Herbst. Es ist ein Einzelplatz, d.h. vorne und an den beiden Seiten befinden sich Mauern. Der Platz ist zwar ziemlich lang (wir könnten uns überlegen, eine Stretchlimousine zu kaufen) aber recht eng.

Seit Montag Abend stand das Auto also an seinem neuen Platz, heute musste es raus. Wir brauchten es zum Einkaufen und um zu Bernds Wohnung zu fahren und dort ein Mal nach dem Rechten zu sehen.

Es war gar nicht so einfach, den Wagen heil zwischen den Wänden herauszubekommen. Rechts waren nur wenige Zentimeter Platz. Irgendwie – mit Bernds Hilfe – habe ich es dann geschafft.

Unterwegs habe ich mir überlegt, ob man das manövrieren vereinfachen kann. Rückwärts einparken wäre vielleicht eine Möglichkeit. Dann ist es aber schlecht, die Einkäufe von hinten am Auto vorbei durch einen engen Zwischenraum zu tragen. Ich entschied mich dafür, den Wagen schräge abzustellen. Das sieht zwar nicht so toll aus, ist aber praktischer, wenn ich aus der Box wieder herausfahre.

Eins ist jedenfalls klar: Das Geld für die Autowaschanlage hat sich heute gelohnt. Das Auto wird so schnell nicht wieder schmutzig.